Experte warnt vor Kälte-Comeback: Gewaltige Ernteverluste drohen bei Frost
Experte warnt: Frost könnte Ernten massiv schädigen

Experte warnt vor Kälte-Comeback: Gewaltige Ernteverluste drohen bei Frost

Der Frühling hat in diesem Jahr deutlich früher begonnen als üblich, mit Temperaturen bis zu 21 Grad und viel Sonnenschein. Doch diese ungewöhnliche Wärme könnte für die Landwirtschaft zum Problem werden, sollte die Kälte noch einmal zurückkehren.

Vegetationsstart deutlich verfrüht

Die Natur ist in diesem Jahr bis zu vier Wochen früher dran als der Kalender. Kirschen, Mandeln und viele andere Obstsorten treiben bereits aus, und Pollen sind viel zu zeitig unterwegs. Diese beschleunigte Entwicklung macht die Pflanzen besonders anfällig für späte Fröste.

Klimatologe Dr. Karsten Brandt äußert sich besorgt: „Ich mache mir Sorgen. Sollte es noch einmal Frost geben, drohen gewaltige Ernteverluste.“ Der Experte rechnet mit einer hohen Wahrscheinlichkeit von fast 90 Prozent, dass die Temperaturen auf unter minus drei Grad sinken könnten – was ausreichen würde, um Blüten einzufrieren.

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Historische Erfahrungen als Warnung

Dr. Brandt verweist auf ähnliche Situationen in der Vergangenheit, insbesondere auf das Jahr 2017. Damals führten markante Nachtfröste nach einer frühsommerlichen Warmphase im April zu erheblichen Schäden. Der Deutsche Bauernverband meldete damals Frostschäden in Höhe von 200 Millionen Euro und teilweise Totalausfälle bei Kirschen, Äpfeln und Birnen.

Obstbauern kennen die Gefahr und schützen ihre Bäume mit Maßnahmen wie Kerzen gegen Nachtfrost. Doch bei der aktuell weit fortgeschrittenen Vegetation wären die Auswirkungen besonders gravierend.

Ungewisse Wetterprognosen

Nico Bauer vom Deutschen Wetterdienst gibt zu bedenken, dass Kälterückfälle zum Ende des Monats oder im April durchaus möglich sind, aber konkrete Vorhersagen derzeit noch schwierig sind. Diplom-Meteorologe Dominik Jung bestätigt, dass solche Wetterumschwünge nicht ungewöhnlich wären.

Zusätzlich zur Frostgefahr bereitet die anhaltende Trockenheit den Landwirten Sorgen. Die Waldbrandstufe steigt in einigen Regionen bereits auf Stufe 3, was die angespannte Situation weiter verschärft.

Stabile Wetterlage als Risikofaktor

Dr. Brandt weist auf ein weiteres Problem hin: „Wenn an den Tagen um den kalendarischen Frühlingsanfang das Wetter schön ist, bleibt es oft auch stabil. Dann schlagen die Triebe erst recht kräftig aus, immer mehr Obstbäume blühen.“ Je weiter die Vegetation fortschreitet, desto verheerender wären die Folgen eines plötzlichen Kälteeinbruchs.

Die Landwirtschaft steht somit vor einer doppelten Herausforderung: Einerseits die aktuelle Trockenheit, andererseits die latente Gefahr später Fröste, die die bereits weit entwickelten Pflanzen besonders hart treffen würden.

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