EU-Agrarwende: Experten fordern drastisch mehr Tempo im Kampf gegen Klimawandel
Experten fordern drastisch mehr Tempo für EU-Agrarwende

EU-Agrarwende: Experten fordern drastisch mehr Tempo im Kampf gegen Klimawandel

Die Landwirtschaft in Europa steht unter massivem Druck: Einerseits leiden Bauern zunehmend unter den Folgen des Klimawandels wie Überschwemmungen, Dürreperioden und neuen Pflanzenkrankheiten. Andererseits verursacht der Agrarsektor selbst etwa ein Drittel der Netto-Treibhausgasemissionen der Europäischen Union. Diese doppelte Herausforderung erfordert nach Ansicht von Experten deutlich entschlosseneres Handeln.

Wissenschaftlicher Beirat warnt vor unzureichenden Maßnahmen

Der Europäische Wissenschaftliche Beirat für Klimawandel hat in einem aktuellen Bericht eindringlich gemahnt, dass sich die EU dringend stärker mit beiden Problemen befassen müsse. Die bisher ergriffenen Maßnahmen reichten bei weitem nicht aus, um die ambitionierten Klimaziele für 2040 und 2050 zu erreichen. „Das Agrar- und Ernährungssystem in Europa ist zunehmend durch den Klimawandel bedroht – und verursacht selbst erhebliche Emissionen“, so die Kernaussage des Berichts.

Umfassender Wandel der gesamten Wertschöpfungskette nötig

Um die Klimaziele dennoch zu erreichen und gleichzeitig die Lebensmittelversorgung Europas zu gewährleisten sowie die Existenzgrundlage der Landwirte zu schützen, sei ein tiefgreifender Wandel im gesamten Agrar- und Ernährungssystem der EU unverzichtbar. Dieser umfasst laut den Experten die komplette Wertschöpfungskette – von der Düngemittelproduktion über den Anbau bis hin zum Lebensmittelverbraucher.

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Zwar habe die Landwirtschaft bei der Reduktion von Emissionen durchaus Fortschritte gemacht, doch „Umfang und Tempo der Reduktionen sind noch nicht ausreichend“, betonte der deutsche Beiratsvorsitzende Ottmar Edenhofer in einer offiziellen Mitteilung. Die bisherigen Anstrengungen würden nicht mit der Dringlichkeit der Klimakrise Schritt halten.

Konkrete Empfehlungen für eine klimafitte Landwirtschaft

Der wissenschaftliche Beirat hat mehrere konkrete Maßnahmen vorgeschlagen, um die europäische Landwirtschaft klimafit zu machen:

  • Reduzierung klimaschädlicher Subventionen im Agrarsektor
  • Einführung einer Bepreisung von Emissionen in der Landwirtschaft
  • Unterstützung von Landwirten beim Übergang zu klimafreundlichen Methoden
  • Förderung einer nachhaltigeren Ernährung in der Bevölkerung
  • Drastische Reduzierung von Lebensmittelabfällen entlang der gesamten Kette

Neben diesen strukturellen Veränderungen empfehlen die Experten auch technische Verbesserungen in der landwirtschaftlichen Praxis. Nur durch ein kombiniertes Vorgehen auf allen Ebenen könne die EU ihre Klimaverpflichtungen erfüllen und gleichzeitig die Ernährungssicherheit gewährleisten.

Die aktuelle Situation zeige deutlich, dass halbherzige Maßnahmen nicht ausreichen werden. Die Zeit für entschlossenes Handeln drängt, betonen die Wissenschaftler. Die kommenden Jahre werden entscheidend sein, ob Europa seine Landwirtschaft erfolgreich transformieren und damit einen wesentlichen Beitrag zum globalen Klimaschutz leisten kann.

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