Kartoffelpflanzung beginnt in Mecklenburg-Vorpommern: Landwirte starten Saison, Hobbygärtner warten
Kartoffelpflanzung beginnt: Landwirte starten, Hobbygärtner warten

Kartoffelsaison startet in Mecklenburg-Vorpommern: Präzise Arbeit auf den Feldern

Mit bedächtiger Präzision bewegt sich der Traktor über den Acker bei Sülte in der Nähe von Schwerin. Was auf den ersten Blick wie eine gemächliche Frühjahrsarbeit aussieht, markiert für die Landwirte der Agrarproduktgesellschaft Lübesse einen entscheidenden Moment im Jahreszyklus: den Beginn der Kartoffelpflanzsaison. Die rote Pflanzmaschine arbeitet sich im Schritttempo durch den sandigen Boden, während in ihrem Inneren hunderte vorgekeimte Saatkartoffeln darauf warten, sorgfältig in die Erde gelegt zu werden.

Vorgekeimte Frühkartoffeln für optimale Ernte

Jede einzelne Kartoffelknolle wird mit besonderer Vorsicht behandelt, denn viele tragen bereits kleine Keimansätze – der erste sichtbare Schritt für eine erfolgreiche Ernte im Spätsommer. Die Frühkartoffeln wurden speziell in Kisten vorgekeimt, um sicherzustellen, dass sie nach dem Pflanzen möglichst schnell austreiben, sofern das Wetter mitspielt. Die moderne Pflanzmaschine erledigt dabei mehrere Arbeitsschritte gleichzeitig: Sie lockert zunächst den Boden, zieht eine flache Furche, legt die Kartoffelknolle hinein und häuft anschließend einen schützenden Erdwall darüber auf.

Feldbauleiter Erik Steinhauer kontrolliert regelmäßig die Arbeit. Mit seinem Zollstock misst er nach und bestätigt zufrieden: „Das sind hier 15 Zentimeter, das ist aber auch in Ordnung.“ Die Dämme dürfen bis zu 17 Zentimeter hoch sein, damit die Knollen später ausreichend Platz zum Wachsen haben. Auf dem Feld bei Sülte wachsen bereits zwei verschiedene Sorten: Glorietta und Annabelle, letztere bereits auf einem halben Hektar Fläche.

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100 Tage bis zur ersten Ernte

Wenn alles nach Plan verläuft, können die ersten Frühkartoffeln nach etwa 100 Tagen geerntet werden. Die besonders früh gepflanzten Kartoffeln werden zusätzlich mit einem speziellen Vlies abgedeckt, das den Boden schneller erwärmt und junge Pflanzen vor spätem Frost schützt. Für die Agrarproduktgesellschaft Lübesse ist der 10. März der traditionelle Pflanztermin für Frühkartoffeln, wie Feldbauleiter Steinhauer aus seinen Unterlagen bestätigt.

Neben Kartoffeln haben in diesen Tagen auch die ersten Zwiebeln ihren Weg ins Erdreich gefunden. Jetzt benötigen die jungen Kulturen vor allem drei Dinge: Sonne, Wasser und Zeit zum Wachsen. Der Aufwand für die Frühkartoffeln ist dabei besonders hoch, da das Pflanzgut sehr empfindlich ist und bei der Pflanzung mehrere helfende Hände benötigt werden.

Empfehlungen für Hobbygärtner

Während die professionellen Landwirte bereits aktiv sind, sollten Kleingärtner noch etwas Geduld bewahren. Erik Steinhauer empfiehlt für den privaten Anbau einen späteren Zeitpunkt: „Für Kleingärtner ist die zweite Aprilhälfte oft ein guter Pflanzzeitpunkt.“ Eine alte Bauernregel besagt zwar: „Setzt du die Kartoffel im April, so kommt sie, wann sie will. Setzt du sie im Mai, so kommt sie glei‘.“ Doch ob diese Weisheit immer zutrifft, kann der erfahrene Feldbauleiter nicht bestätigen.

Bodenbeschaffenheit als entscheidender Faktor

Der richtige Pflanzzeitpunkt hängt maßgeblich von der Bodenbeschaffenheit ab. Sandige Böden, wie sie rund um Sülte häufig vorkommen, erwärmen sich im Frühjahr schneller und ermöglichen daher eine frühere Pflanzung. Schwere, feuchte Böden oder tiefer gelegene Flächen, in denen sich kalte Luft länger hält, können den Beginn der Pflanzsaison dagegen verzögern.

Für alle, die jetzt selbst mit dem Kartoffelanbau beginnen möchten, sind die ersten Pflanzkartoffeln bereits im Hofladen in Sülte erhältlich. Der Laden hat mittwochs und freitags von 9 bis 16 Uhr geöffnet und bietet Hobbygärtnern die Möglichkeit, qualitativ hochwertiges Saatgut für die eigene Ernte zu erwerben.

Die Kartoffelpflanzsaison in Mecklenburg-Vorpommern ist damit offiziell eröffnet – mit unterschiedlichen Zeitplänen für professionelle Landwirte und ambitionierte Kleingärtner, aber mit dem gemeinsamen Ziel einer erfolgreichen Ernte in etwa 100 Tagen.

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