Klimawandel in Franken: Oliven und Reis könnten künftig heimisch werden
Klimawandel: Oliven und Reis könnten in Franken wachsen

Klimawandel verändert Frankens Landschaft: Mediterrane Pflanzen im Anmarsch

Der Klimawandel schreitet unaufhaltsam voran und hinterlässt tiefgreifende Spuren in der Landwirtschaft. Eine aktuelle Studie der Julius-Maximilians-Universität Würzburg offenbart faszinierende und zugleich beunruhigende Perspektiven für die Region Franken. Bis zum Ende dieses Jahrhunderts könnte das Klima in weiten Teilen Frankens den heutigen Bedingungen im nördlichen Mittelmeerraum, in Südwestfrankreich oder Norditalien gleichen. Dies würde eine radikale Verschiebung der Anbaupflanzen mit sich bringen.

Franken als Modellregion für Mitteleuropa

Die Forschenden betrachten Franken als „Mitteleuropa im Kleinen“, da die Landschaft mit ihren tiefgelegenen Flusstälern und Mittelgebirgen über 1000 Meter Höhe repräsentativ für weite Teile Zentraleuropas ist. In ihrer Untersuchung, veröffentlicht im Fachblatt „Scientific Reports“, identifizierten sie drei europäische Regionen, die bereits heute jene klimatischen Bedingungen aufweisen, die für Franken bis 2100 prognostiziert werden. Dabei flossen nicht nur Temperaturen, sondern auch Bodeneigenschaften wie Ton- und Sandgehalt oder pH-Wert ein, um einen präzisen Vergleich zu ermöglichen.

Erstautorin Luzia Keupp erklärt: „Unsere Analysen zeigen eine massive Verschiebung der Klimazonen.“ Höhere Mittelgebirgsregionen Frankens werden demnach ein Klima wie das heutige norddeutsche Tiefland erleben, während tiefergelegene Täler Bedingungen erreichen, die typisch für die norditalienische Po-Ebene oder die Gascogne in Südwestfrankreich sind.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Landwirtschaft im Wandel: Gewinner und Verlierer

Für die Landwirtschaft bedeutet dieser Wandel erhebliche Umbrüche. Traditionelle Kulturen wie Gerste, Zuckerrüben und Futterpflanzen wie Silomais und Futter-Ölsaaten könnten an Bedeutung verlieren. Stattdessen hätten Pflanzen wie Roggen, Weizen, Raps und Mais bessere Wachstumsbedingungen. Besonders der Weinbau könnte von den wärmeren Temperaturen profitieren und sich weiter ausdehnen.

Durch die klimatische Annäherung an den Mittelmeerraum könnten zudem Kulturen angebaut werden, die heute in Franken noch als exotisch gelten. Dazu gehören laut den Forschenden:

  • Oliven
  • Südfrüchte
  • Mandel
  • Reis

Allerdings warnen die Wissenschaftler vor übereilten Optimismus. „Die nötige Wärme allein macht aus Franken noch kein Reisanbaugebiet“, so die Forschenden. In der Region fehlen die erforderlichen natürlichen Wasserressourcen für den Reisanbau. Auch der Olivenanbau sei risikoreich, da ein einziger Kälteeinbruch mit Temperaturen unter minus 8,3 Grad Celsius ganze Bestände vernichten könnte.

Ausblick und Herausforderungen

Die Studie unterstreicht die dringende Notwendigkeit, sich an die Folgen des Klimawandels anzupassen. Während neue Anbaupflanzen Chancen bieten, stellen sie auch hohe Anforderungen an Bewässerung, Bodenmanagement und Risikominimierung. Für Franken und ähnliche Regionen in Mitteleuropa wird es entscheidend sein, nachhaltige Strategien zu entwickeln, um die Landwirtschaft zukunftsfähig zu gestalten. Die Forschung der Universität Würzburg liefert hierfür eine wichtige Grundlage, um die komplexen Wechselwirkungen zwischen Klima, Boden und Pflanzenwachstum besser zu verstehen.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration