Kräuterexpertin Jana Schäfer verrät wertvolle Gartentipps für den Frühling
Kräuterexpertin gibt Tipps für den Frühlingsgarten

Kräuterexpertin Jana Schäfer verrät wertvolle Gartentipps für den Frühling

Der Frühling lockt Gartenfreunde wieder ins Freie, und viele stellen sich die Frage, wie sie ihren Garten optimal gestalten können. Eine der bekanntesten Anlaufstellen in der Region ist der Kräutergarten von Jana Schäfer in Luplow. Die Expertin feierte im vergangenen Jahr ihr 20. Jubiläum und teilt ihr umfangreiches Wissen gerne mit anderen Gartenenthusiasten. Auf ihrem 6000 Quadratmeter großen Grundstück gedeihen mehr als 140 verschiedene Kräutersorten, die Besucher bei Rundgängen und Kursen kennenlernen können.

Die richtige Bodenpflege nach dem Winter

Nach dem langen Winter ist der Rat der Kräuterexpertin besonders gefragt. „Der Schnee war nicht das Problem, weil er wie eine schützende Decke über den Boden lag“, erklärt Jana Schäfer. „Im Gegensatz zu unbedeckten, gefrorenen Böden ist die Erde unterm Schnee meist weicher.“ Sie warnt jedoch vor vereisten Böden, die dazu führen können, dass Kräuter wie Oregano, Salbei und Thymian beim Auftauen verfaulen. Auch der Rosmarin benötigt besonderen Schutz, da in den kommenden Wochen noch Frost zu erwarten ist. Diese Gewürzpflanze stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und blüht in Ländern wie Italien und Spanien bereits aufgrund der höheren Temperaturen.

Für eine erfolgreiche Pflanzung ist die Bodenbeschaffenheit entscheidend. „Beim Pflanzen kommt es mit darauf an, was für ein Boden vorhanden ist“, betont Jana Schäfer. „Egal welche Kräuter man anpflanzt, es sollte sich nicht um einen stehenden Boden handeln.“ Eine der wenigen Ausnahmen bildet hier die Brunnenkresse. Die meisten Kräuter bevorzugen einen lockeren Mutterboden. Um diesen aufzulockern, empfiehlt die Expertin, die Erde in einer Tiefe von 20 bis 30 Zentimetern mit etwas Kies zu vermengen.

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Pflanzennachbarschaften und gesundheitliche Gefahren

Bei der Aufteilung des Gartens sollten Hobbygärtner einige wichtige Punkte beachten. Jana Schäfer rät davon ab, Kräuterpflanzen wie Minze oder Wermut direkt neben Gartenblumen anzusiedeln. „Viele Kräuter haben ätherische Öle“, so die Expertin. „Das mögen einige andere Pflanzen nicht, und sie können sich deshalb nicht so gut entwickeln.“ Noch kritischer sind gesundheitliche Risiken, wenn essbare Pflanzen mit giftigen Gartenblumen vermischt werden.

Maiglöckchen, Schneeglöckchen und Tulpen sehen zwar schön aus, sind für den Menschen jedoch ungenießbar oder sogar giftig. Beim Maiglöckchen handelt es sich um eine Pflanze mit giftigen Blüten und Blättern, deren Verzehr tödlich enden kann. „Wenn man jetzt neben diesen Blumen Kräuter wie Bärlauch pflanzt“, warnt Jana Schäfer, „kann es dazu kommen, dass man die Blätter verwechselt. Das kann zu schweren Bauchschmerzen bis hin zu Vergiftungen führen.“

Gesundheitliche Vorteile beliebter Kräuter

In ihrem vielfältigen Kräutergarten finden sich neben Melisse, Schnittknoblauch und Thymian auch Fenchel. Diese Pflanze wird häufig in der Medizin verwendet, da ihre Früchte schleimlösend wirken und sogar vor Krebs schützen sollen. Beliebt ist auch der Sauerampfer, der durch seinen säuerlichen Geschmack besticht und gegen Erschöpfung sowie Fieber helfen soll. Allerdings sollte Sauerampfer nicht in großen Mengen verzehrt werden. Menschen mit Rheuma und Gicht sollten ganz auf den Genuss dieser Pflanze verzichten, da sie viel Oxalsäure enthält.

Die „Kräuterfee“ schwört zudem auf Anis, ein vielseitiges Gewürz, das beim Brotbacken, für Essiggurken, Fischgerichte und Gemüse verwendet wird. „Ich mag Kümmel nicht so gerne“, gesteht Jana Schäfer. „Da verwende ich lieber Anis, weil sich die Wirkung ähnelt.“

Rücksicht auf Tiere und gemächlicher Start

Mit der Gartenarbeit hat Jana Schäfer selbst noch nicht richtig begonnen. In ihren Gewächshäusern stehen lediglich einzelne Kräuterpflanzen zum Verkauf bereit. Die Expertin empfiehlt, gemächlich mit der Gartenarbeit zu starten und dem Garten noch etwas Zeit zu geben. „Erdkröten und Igel könnten sich aufgrund ihres Winterschlafs noch in der Erde oder unter dem Laub befinden und sollten möglichst nicht gestört werden“, bittet Jana Schäfer um Rücksicht.

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Ihr Rat lautet, den Frühling entspannt anzugehen und erst Mitte bis Ende März mit der Arbeit zu beginnen. „Im Herbst ernte ich meinen Garten auch nie ganz ab, lasse manche Pflanzen ganz bewusst stehen, damit Insekten ein Winterquartier haben und Vögel sowie andere Tierarten noch Nahrung finden.“ Dieser nachhaltige Ansatz unterstreicht, dass ein gut gepflegter Garten nicht nur für den Menschen, sondern auch für die Tierwelt ein wertvoller Lebensraum sein kann.