Neue Ausbrüche der Newcastle-Krankheit in Deutschland: Tödliches Virus bedroht Geflügelbestände
Hohes Fieber, Atemnot und Lähmungen – diese Symptome können in Hühnerställen auf die gefährliche Newcastle-Krankheit hindeuten. Die hochansteckende Virusinfektion endet für viele Tiere tödlich und führt aktuell wieder zu besorgniserregenden Ausbrüchen in Deutschland.
Verlauf und Symptome der tödlichen Tierseuche
Nach der Ansteckung bleibt das Virus zunächst vier bis sechs Tage unbemerkt, verbreitet sich jedoch bereits in dieser Zeit unbemerkt im gesamten Bestand. Die infizierten Tiere wirken plötzlich ungewöhnlich ruhig und teilnahmslos, bewegen sich deutlich weniger und zeigen verminderten Appetit. Bald folgen schwere Atemprobleme mit charakteristischen rasselnden Geräuschen, begleitet von Schleimausfluss aus Augen und Schnabel sowie entzündeten, geröteten Augen.
Besonders alarmierend sind die schweren Verläufe: Oft kommt wässriger, grünlicher Durchfall hinzu, während das Fieber auf über 43 Grad Celsius steigt. Greift das Virus das Nervensystem an, kippen Tiere um oder verdrehen den Hals, Lähmungen sind möglich. Manche Tiere sterben sogar plötzlich ohne vorherige deutliche Warnzeichen.
Ursache und Auswirkungen auf Geflügelbestände
Verursacht wird die Krankheit durch das aviäre Paramyxovirus Typ 1 – ein Erreger, der vor allem Vögel befällt und sich vergleichsweise leicht verändern kann. Hühner und Puten reagieren besonders empfindlich auf diesen Virus. Besonders aggressive Varianten können innerhalb weniger Tage große Teile eines gesamten Bestandes töten. Da es keine wirksame Behandlung gibt, ordnen die Behörden in solchen Fällen meist die Tötung aller Tiere an, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.
Aktuelle Ausbruchssituation in Deutschland
Die Newcastle-Krankheit ist anzeigepflichtig, für Hühner und Puten gilt zudem eine Impfpflicht. Seit Februar 2026 gibt es erstmals seit etwa drei Jahrzehnten wieder größere Ausbrüche in Deutschland. Nach aktuellen Angaben des Friedrich-Loeffler-Instituts sind bereits 21 Fälle registriert worden, unter anderem in den Bundesländern Brandenburg und Bayern.
Besonders betroffen war der Landkreis Dahme-Spreewald in Brandenburg, wo in einem Betrieb etwa 84.000 Tiere getötet werden mussten, um die Seuche einzudämmen. Diese Maßnahme unterstreicht die Ernsthaftigkeit der Situation und die notwendigen drastischen Schritte zur Bekämpfung der Tierseuche.
Übertragungswege und Verbreitungsmechanismen
Infizierte Tiere scheiden große Mengen des Virus über Kot, Atemluft sowie Augen- und Nasenflüssigkeit aus, wodurch der Erreger nahezu ungehindert in die Umgebung gelangt. Die Übertragung erfolgt hauptsächlich durch direkten Kontakt zwischen den Tieren, doch auch Menschen können das Virus unbeabsichtigt weiterverbreiten – über Schuhe, Kleidung, Stallgeräte oder Fahrzeuge. Schon kleinste Mengen Stallstaub reichen aus, um einen bislang gesunden Bestand zu infizieren.
Hinzu kommt, dass das Virus in kühler und feuchter Umgebung relativ stabil bleibt. Es überlebt deutlich länger, als viele vermuten, und wird oft weitergegeben, bevor ein Ausbruch überhaupt erkannt wird. Diese Eigenschaften machen die Eindämmung besonders schwierig.
Risiko für Menschen und Vorsichtsmaßnahmen
Grundsätzlich kann sich auch ein Mensch mit dem Newcastle-Virus infizieren, allerdings kommt dies äußerst selten vor. Betroffen sind vor allem Personen mit sehr engem Kontakt zu infiziertem Geflügel, etwa in landwirtschaftlichen Betrieben oder Forschungslaboren. Das Virus gelangt meist über verunreinigte Hände oder winzige Tröpfchen an die Schleimhäute der Augen und verursacht typischerweise eine Bindehautentzündung mit Rötungen, starkem Tränenfluss und schmerzhaften Beschwerden.
In der Regel klingen diese Symptome nach wenigen Tagen wieder ab, und nach aktuellem Kenntnisstand sind keine dauerhaften Schäden zu erwarten. Schwere Verläufe sind äußerst selten und wurden bisher nur bei stark immungeschwächten Personen beschrieben. Wichtig zu wissen ist, dass eine Übertragung von Mensch zu Mensch nicht als typischer Infektionsweg gilt und auch über Lebensmittel kein Risiko besteht, da das Virus durch ausreichendes Erhitzen zuverlässig zerstört wird.
Die aktuellen Ausbrüche der Newcastle-Krankheit in Deutschland erfordern erhöhte Wachsamkeit und strikte Einhaltung der Hygienemaßnahmen in Geflügelbetrieben. Die Behörden überwachen die Situation intensiv, um eine weitere Ausbreitung der tödlichen Tierseuche zu verhindern.



