Schafbestand in Sachsen-Anhalt schrumpft weiter: Rückgang bei Betrieben und Mutterschafen
Die Schafhaltung in Sachsen-Anhalt befindet sich in einem anhaltenden Schrumpfungsprozess. Aktuelle Zahlen des Statistischen Landesamtes belegen einen deutlichen Rückgang sowohl bei der Anzahl der Tiere als auch bei den Betrieben. Lediglich bei den Jungschafen ist ein minimaler Zuwachs zu verzeichnen.
Statistische Daten zeigen besorgniserregenden Trend
Zum Stichtag am 3. November 2025 wurden in Sachsen-Anhalt rund 56.000 Schafe gezählt. Dies entspricht einem Rückgang von etwa 2.300 Tieren im Vergleich zum Vorjahr. Parallel dazu reduzierte sich die Zahl der schafhaltenden Betriebe um 7,8 Prozent auf nur noch 210 Unternehmen. Besonders alarmierend ist die Entwicklung bei den Mutterschafen: Hier sank die Anzahl weiblicher Tiere, die mindestens einmal Lämmer zur Welt gebracht haben, um 6,8 Prozent auf etwa 40.900 Tiere.
Leichter Zuwachs bei Jungtieren und große Herdenstruktur
Ein kleiner Lichtblick in der ansonsten düsteren Statistik ist die Entwicklung bei den Jungschafen. Deren Anzahl stieg innerhalb eines Jahres von 12.500 auf 12.900 Tiere an. Die Haltungsstruktur in Sachsen-Anhalt ist weiterhin von großen Betrieben geprägt: Gut zwei Drittel aller Schafe werden in Herden mit 500 und mehr Tieren gehalten.
Gründe für den Rückgang: Nachfolgeprobleme und Wolfsausbreitung
Der Landesschafschutzverband Sachsen-Anhalt nennt mehrere Gründe für den anhaltenden Rückgang der Schafhaltung. Ein zentrales Problem ist die schwierige Nachfolgesuche in den Betrieben. Viele Schafhalter finden keine geeigneten Personen, die ihren Betrieb übernehmen wollen. Zusätzlich sorgt die zunehmende Ausbreitung des Wolfes für erhebliche Unsicherheit bei den Tierhaltern. Die wirtschaftliche Lage trägt ebenfalls zur Verunsicherung bei und erschwert langfristige Planungen.
Die Kombination dieser Faktoren führt zu einer kontinuierlichen Abnahme der Schafhaltung in Sachsen-Anhalt. Während die Jungtierzahlen minimal steigen, überwiegen die negativen Entwicklungen bei Betrieben und Mutterschafen deutlich. Die Zukunft der traditionellen Schafhaltung in der Region erscheint damit ungewisser denn je.



