Schnee, Eis und Seen auf Feldern: Droht in Vorpommern jetzt der große Pflanzenschaden?
Schnee, Eis und Seen auf Feldern: Droht großer Pflanzenschaden?

Schnee, Eis und Seen auf Feldern: Droht in Vorpommern jetzt der große Pflanzenschaden?

Der Februar hat in Mecklenburg-Vorpommern für außergewöhnliche Wetterbedingungen gesorgt. Laut Deutschem Wetterdienst war der vergangene Monat sowohl unterdurchschnittlich kalt als auch überdurchschnittlich nass. Diese Kombination hat auf den Feldern der Region zu besonderen Herausforderungen geführt, die Landwirte aktuell bewältigen müssen.

Besondere Zustände durch Kälte und Niederschläge

In den vergangenen Wochen zeigten sich die landwirtschaftlichen Flächen in einem ungewöhnlichen Zustand. Zunächst waren sie von einer geschlossenen Schnee- und Eisdecke bedeckt, die sich später durch Schmelzwasser und zusätzliche Regenfälle in regelrechte Seenlandschaften verwandelte. Solche Wasseransammlungen sind insbesondere in der Region Vorpommern deutlich sichtbar geworden und werfen Fragen nach möglichen Pflanzenschäden auf.

Anne Vaegler, Geschäftsführerin des Bauernverbandes Ostvorpommern, gibt jedoch vorerst Entwarnung: "Allzu große Schäden sind derzeit auf den Feldern nicht zu verzeichnen". Sie erklärt, dass die meisten Kulturen sich in der Winterruhe befunden hätten, was größere Ausfälle unwahrscheinlich mache. Unter Schneedecken bestehe zudem kein Problem mit der Sauerstoffversorgung der Pflanzen.

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Potenzielle Risiken bei lang anhaltendem Wasser

Etwas problematischer könnte die Situation auf jenen Flächen werden, auf denen über längere Zeit Wasser steht. Dort besteht die Gefahr, dass Pflanzen absterben oder verfaulen, sobald die Temperaturen wieder ansteigen. Allerdings betont Vaegler, dass dort, wo das Wasser relativ schnell versickert ist – was vielerorts bereits geschehen sei – nicht unbedingt mit Schäden gerechnet werden müsse.

Ein konkretes Problem stellt jedoch die geschlossene Eisschicht dar. Wo diese über längere Zeit bestand, konnten Pflanzen unter Umständen nicht atmen, was zu lokalen Schäden führen kann. Die genauen Auswirkungen werden sich erst im Laufe des Frühlings vollständig zeigen.

Ausnahmeregelung für Gülleausbringung erwirkt

Ein weiteres, unmittelbares Problem betrifft die Lagerkapazitäten für Gülle. Viele Landwirte sind an ihre Grenzen gekommen, da sie die Gülle nicht ausbringen konnten. Zwar endete die Sperrfrist in Mecklenburg-Vorpommern offiziell am 31. Januar, doch die Düngeverordnung verbietet die Ausbringung auf gefrorenem, wassergesättigtem, überschwemmtem oder schneebedecktem Boden.

Hier konnte der Bauernverband eine wichtige Ausnahmegenehmigung erwirken. Für extensiv bewirtschaftete Grünlandflächen innerhalb eines bestimmten Förderprogramms gilt nun eine verlängerte Frist. Diese Flächen, insgesamt 68.000 Hektar in Mecklenburg-Vorpommern, dürfen aufgrund der speziellen Wetterlage im Februar noch bis zum 15. März gepflegt werden. Normalerweise ist dies aus Naturschutzgründen ab dem 1. März nicht mehr erlaubt.

Diese Regelung bietet den Landwirten eine dringend benötigte Flexibilität, um mit den Folgen des ungewöhnlichen Februars umzugehen. Ob sich Bauernregeln wie "Je nasser ist der Februar, desto nasser wird das ganze Jahr" bewahrheiten, bleibt abzuwarten. Die Landwirte in Vorpommern bereiten sich jedoch auf verschiedene Szenarien vor, während sie die Entwicklung auf ihren Feldern genau beobachten.

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