Osterlämmer: Thüringer Schafzüchter prognostizieren stabile Preise trotz sinkender Bestände
Stabile Lämmerpreise zu Ostern in Thüringen erwartet

Stabile Lammfleischpreise zu Ostern in Thüringen trotz rückläufiger Bestände

Die Schafzüchter in Thüringen erwarten für die bevorstehende Osterzeit stabile Preise für Lammfleisch. Aktuell bewegt sich der Kilopreis bei etwa vier Euro, wie der Vorsitzende des Landesverbandes Thüringer Schafzüchter, Jens-Uwe Otto, mitteilte. Im Vergleich zum Vorjahr, als die Preise zeitweise auf fast fünf Euro pro Kilogramm kletterten, zeigt sich die aktuelle Situation deutlich ruhiger.

Gründe für die Preisentwicklung im Vorjahr

Die Preisspitzen des vergangenen Jahres waren auf mehrere Faktoren zurückzuführen:

  • Sinkende Importzahlen für Lammfleisch
  • Ausbrüche der Maul- und Klauenseuche in verschiedenen Regionen Deutschlands
  • Eine insgesamt geringere Verfügbarkeit von Lämmern auf dem Markt
Nach Ottos Einschätzung hat das Osterfest selbst jedoch keinen maßgeblichen Einfluss auf die Preisgestaltung. Er betonte, dass in Deutschland mehr als die Hälfte des konsumierten Lammfleisches importiert wird, wobei die wichtigsten Lieferländer Australien, Neuseeland und England sind.

Besorgniserregender Rückgang der Schafbestände

Parallel zu diesen Marktentwicklungen verzeichnet Thüringen einen kontinuierlichen Rückgang der Schafpopulation. Die aktuellen Zahlen des Landesamtes für Statistik bestätigen diesen Trend: Zum Stichtag 3. November 2025 wurden nur noch 19.200 Lämmer und Jungschafe im Bundesland gezählt. Dieser Wert stellt gemeinsam mit den Zahlen aus dem Jahr 2023 den niedrigsten Stand seit Beginn der statistischen Erfassung im Jahr 2011 dar. Zum Vergleich: Im Jahr 2024 lag die Zahl noch bei 22.000 Tieren.

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Strukturelle Probleme der thüringischen Schafzucht

Jens-Uwe Otto nannte mehrere Gründe für diese besorgniserregende Entwicklung:

  • Die Anzahl der Mutterschafe geht stetig zurück
  • Viele Betriebe müssen sich aufgrund finanzieller Schwierigkeiten und übermäßiger bürokratischer Hürden verkleinern
  • Ein gravierender Mangel an Nachwuchs in der Branche
„Im letzten Jahr sind nur zwei Lehrlinge fertig geworden“, verdeutlichte Otto das Ausmaß des Fachkräftemangels. Generell gibt es in Thüringen noch etwa 350 Betriebe mit mindestens 20 Schafen, von denen der Landesverband ungefähr 100 Betriebe züchterisch betreut.

Die thüringische Schafzucht steht somit vor erheblichen Herausforderungen, während Verbraucher zu Ostern voraussichtlich von stabilen Preisen profitieren können. Die langfristige Perspektive der Branche bleibt jedoch angesichts der schwindenden Bestände und strukturellen Probleme ungewiss.

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