Sachsen-Anhalts Äcker leiden unter Wassermangel - Bauern bangen um Ernteerträge
Wasserknappheit auf Äckern: Bauern fürchten Ertragseinbußen

Sachsen-Anhalts Äcker leiden unter Wassermangel - Bauern bangen um Ernteerträge

Die Niederschläge im Februar haben die angespannte Lage auf den Feldern in Sachsen-Anhalt nur minimal entspannt. Viele Böden sind weiterhin deutlich zu trocken, und ohne ausreichende Regenfälle im Frühjahr drohen der Landwirtschaft erhebliche Probleme. Die anhaltende Trockenheit bereitet den Bauern im Bundesland große Sorgen.

Zu wenig Niederschlag seit dem Herbst

Seit dem Herbst des vergangenen Jahres herrscht in weiten Teilen Sachsen-Anhalts eine insgesamt zu trockene Witterung. Der Herbst 2025 verlief noch gemischt: Von September bis November fielen landesweit etwa 120 Liter Niederschlag pro Quadratmeter, allerdings sehr ungleichmäßig verteilt. Der Dezember brachte dann deutlich zu wenig Wasser, und auch der Januar blieb unter dem langjährigen Durchschnitt.

Im Februar registrierte man im Landesdurchschnitt rund 40 Liter pro Quadratmeter – etwas mehr als im langjährigen Mittel. Diese Menge reicht jedoch bei weitem nicht aus, um die erschöpften Bodenwasserspeicher wieder aufzufüllen. Die geringen Niederschläge haben zudem die leichte Erholung aus dem Vorjahr wieder zunichtegemacht.

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So wurden beispielsweise in Magdeburg im Jahr 2025 lediglich 377 Liter Niederschlag pro Quadratmeter gemessen, während es im Jahr davor noch gut 550 Liter waren. Diese Entwicklung verdeutlicht die zunehmende Trockenheit in der Region.

Bauernverband warnt vor anhaltender Bodentrockenheit

Der Bauernverband Sachsen-Anhalt warnt eindringlich vor der anhaltenden Bodentrockenheit. „Ohne niederschlagsreiche Witterungsphasen im Frühjahr wird die längerfristige Bodendürre in großen Teilen Sachsen-Anhalts bestehen bleiben“, erklärt der Sprecher des Bauernverbands, Erik Hecht. Besonders betroffen sind die Regionen von der Landesmitte bis zum Harz sowie der Süden des Bundeslandes.

Dort ist die sogenannte nutzbare Feldkapazität derzeit zu niedrig. Dieser Wert beschreibt den Anteil des Bodenwassers, der für Pflanzen tatsächlich verfügbar ist. Werte unter etwa 50 Prozent gelten für viele Ackerkulturen als kritisch, da dann mit erheblichen Ertragseinbußen zu rechnen ist.

Ungewisse Entwicklung in den kommenden Wochen

Wie sich die Situation in den nächsten Wochen entwickelt, bleibt ungewiss. „Bleiben die Niederschläge nur im Bereich des langjährigen Mittels oder darunter, kann die Wasserversorgung im Oberboden – insbesondere auf leichten Standorten – schnell in einen Bereich absinken, in dem Trockenstress-Symptome auftreten“, warnt Hecht weiter.

In einem solchen Fall könnten Pflanzen ihr volles Wachstumspotenzial nicht ausschöpfen und würden anfälliger für Krankheiten und Schädlinge. Dies hätte direkte Auswirkungen auf die Qualität und Quantität der Ernte.

Regionale Unterschiede im Bundesland

Allerdings gibt es innerhalb Sachsen-Anhalts auch regionale Unterschiede. Teile des Nordens, des Ostens und des Harzes liegen derzeit noch in vergleichsweise günstigen Bereichen beim pflanzenverfügbaren Wasser. Anders stellt sich die Lage im Regenschatten des Harzes dar, wo die Bodenwasservorräte deutlich niedriger sind.

Insgesamt betont der Bauernverband: „Ergiebige und anhaltende Niederschläge sind für alle Regionen Sachsen-Anhalts wichtig.“ Zudem zeigen Auswertungen tieferer Bodenschichten, dass die Trockenheit im Boden noch lange nicht überwunden ist. Die Landwirte hoffen daher dringend auf ausreichende Regenfälle in den kommenden Frühjahrsmonaten, um die Ernteerträge sichern zu können.

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