Valentinstag: Nachhaltige Blumen-Alternativen zu Rosen und Tulpen
Nachhaltige Blumen zum Valentinstag: Tipps vom BUND

Nachhaltige Blumen zum Valentinstag: So gelingt das umweltfreundliche Geschenk

Der Valentinstag am 14. Februar stellt viele vor eine Herausforderung: Wie kann man Blumen verschenken, ohne dabei die Umwelt und das Klima unnötig zu belasten? Diese Frage wird angesichts der globalen Blumenproduktion immer relevanter. Corinna Hölzel vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) gibt wichtige Hinweise für bewusste Konsumentscheidungen.

Das Problem mit Winterblumen: Lange Transportwege und Pestizide

Im Februar blüht in unseren Breitengraden naturgemäß wenig. "Ganz, ganz wenig blüht aktuell", erklärt Hölzel. "Und auf das, was draußen blüht - Christrosen, Schneeglöckchen und Krokusse - sind viele Tiere angewiesen, etwa frühe Wildbienen und Hummelköniginnen." Die Expertin betont daher: "Im Angebot sind jetzt Pflanzen, die eine sehr lange Reise hinter sich haben - und die meist auch unter dem großen Einsatz von Pestiziden hergestellt wurden."

Besonders problematisch ist der Valentinstag-Klassiker: die Rose. Deutschland importiert jährlich etwa eine Milliarde Rosen, davon rund 250 Millionen aus Kenia, Sambia und Äthiopien - per Flugzeug. Selbst Rosen aus den Niederlanden stammen im Winter oft ursprünglich aus afrikanischen Ländern. "Das ist definitiv nicht nachhaltig", urteilt die BUND-Expertin.

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Nachhaltige Alternativen zu klassischen Schnittblumen

Hölzel empfiehlt zunächst, auf Rosen-Geschenke zum Valentinstag zu verzichten - und am besten ganz auf frische Schnittblumen, die aktuell keine Saison haben. Stattdessen bieten sich mehrere umweltfreundlichere Optionen an:

  • Trockenblumensträuße: Mittlerweile gibt es ästhetisch ansprechende Trockenblumenarrangements, idealerweise mit Kennzeichnung der Slowflower-Bewegung, die auf regionalen und nachhaltigen Anbau setzt
  • Topfpflanzen in Bioqualität: Frühblüher wie Anemonen, Ranunkel, Tulpen, Schneeglöckchen, Krokusse oder Narzissen - möglichst mit Bio-Siegel
  • Selbst geschnittene Zweige: Wer Vorlauf hat, kann Kirsch- oder Forsythienzweige schneiden, die im warmen Zimmer vorzeitig blühen

Wenn es doch Schnittblumen sein müssen

Sollen es dennoch klassische Schnittblumen sein, rät Hölzel zu Tulpen statt Rosen. "Tulpen kommen zumindest aus Gewächshäusern in Holland. Bei den Rosen sind die Transportwege größer", erklärt die Expertin. Zudem seien Tulpen meist weniger mit Pestizidrückständen belastet als Rosen. "Und wir finden dort nicht die Rückstände von verbotenen Pestiziden, die oft in afrikanischen Ländern eingesetzt werden."

Fairtrade-Siegel für mehr Gerechtigkeit

Wer nicht auf Rosen verzichten möchte, sollte auf das Fairtrade-Siegel achten. Dieses garantiert zwar keine Bio-Qualität wie EU-Öko-, Naturland-, Bioland- oder Demeter-Kennzeichnungen, aber es steht für wichtige soziale Standards. "Es garantiert zumindest von der Bezahlung her mehr Gerechtigkeit für die Produzenten in den meist globalen Südländern", so Hölzel.

Das Fairtrade-Siegel verpflichtet zu angemessenen Arbeitszeiten und Sozialleistungen, verbietet Kinderarbeit und reduziert den Pestizideinsatz. Damit bietet es eine etwas nachhaltigere Alternative zu konventionell produzierten Rosen, auch wenn die Transportwege lang bleiben.

Die BUND-Expertin betont abschließend: "Nachhaltige Blumengeschenke erfordern etwas mehr Planung und Bewusstsein, aber sie sind ein wichtiger Beitrag zum Umweltschutz - und zeigen echte Wertschätzung."

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