10 Millionen Euro für Naturschutz im Thüringer Wald: Moore, Bäche und Wiesen im Fokus
10 Mio. Euro für Naturschutz im Thüringer Wald

Großprojekt für den Thüringer Wald: 10,4 Millionen Euro für nachhaltigen Naturschutz

Der Thüringer Wald, ein beliebtes Ziel für Wanderer und Naturliebhaber, erhält nun eine bedeutende Aufwertung. In einem ambitionierten Naturschutzgroßprojekt werden in den kommenden zehn Jahren umfangreiche Maßnahmen umgesetzt, um die Region langfristig für Klimaschutz und Artenvielfalt zu stärken. Bund, Land Thüringen und die Naturstiftung David stellen dafür insgesamt rund 10,4 Millionen Euro bereit, wie das Thüringer Umweltministerium bekannt gab.

Moore als natürliche Kohlenstoffspeicher wiederherstellen

Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist die Renaturierung von Mooren. An 42 Standorten im Thüringer Wald soll die Entwässerung gestoppt oder der Wasserstand angehoben werden, um die natürliche Speicherfunktion dieser Ökosysteme wiederherzustellen. Intakte Moore binden erhebliche Mengen an Kohlenstoff und tragen so aktiv zum Klimaschutz bei. Werden sie jedoch trockengelegt, setzen sie durch die Verbindung von Kohlenstoff mit Sauerstoff klimaschädliches Kohlendioxid frei. Im Unesco-Biosphärenreservat Thüringer Wald existieren insgesamt 73 Moore, die meisten davon in höheren Lagen.

Bäche renaturieren und Bergwiesen pflegen

Neben den Mooren stehen auch Bäche und Bergwiesen im Fokus. Bauten, die die Durchgängigkeit von Bächen beeinträchtigen, sollen entfernt oder umgebaut werden, um die natürlichen Wasserläufe zu revitalisieren. Für etwa 154 Hektar Berggrünland werden gemeinsam mit Landwirten und Bewirtschaftern Konzepte entwickelt, um eine nachhaltigere Nutzung zu ermöglichen und die Verbuschung der Wiesen zu verhindern. Zudem sollen invasive Arten wie die Staudenlupine bekämpft werden, um die heimische Flora zu schützen.

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Finanzierung und Umsetzungspartner

Die Finanzierung des Projekts teilt sich wie folgt auf: Drei Viertel der Summe, also etwa 7,8 Millionen Euro, kommen vom Bund. Das Land Thüringen beteiligt sich mit 1,56 Millionen Euro, was einem Anteil von 15 Prozent entspricht. Weitere gut eine Million Euro steuern die Naturstiftung David und weitere Partner bei. Die praktische Umsetzung der Maßnahmen übernehmen neben dem Biosphärenreservat die Landesforstanstalt sowie Anrainerkommunen wie die Landkreise Schmalkalden-Meiningen, Hildburghausen und Ilm-Kreis sowie die Stadt Suhl.

Insgesamt umfasst das Projekt eine Fläche von 6.100 Hektar und zielt darauf ab, den Thüringer Wald nicht nur als Erholungsgebiet, sondern auch als wichtigen Akteur im Kampf gegen den Klimawandel und für den Erhalt der Biodiversität zu etablieren. Diese Investition unterstreicht die Bedeutung von Naturschutzmaßnahmen für eine nachhaltige Zukunft.

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