Angler erklärt: Wann Eisbetreten Fischen schadet und wann es unbedenklich ist
Die Eiszeit in Mecklenburg-Vorpommern verwandelt Seen in Winterwunderländer und lockt viele Menschen zum Schlittschuhlaufen oder Eishockey auf natürliche Gewässer. Doch unter der gefrorenen Oberfläche leben Fische, deren Winterruhe durch menschliche Aktivitäten gestört werden kann. Naturschützer wie der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) mahnen zur Vorsicht, insbesondere in Naturschutzgebieten, wo vom Betreten der Eisfläche abgeraten wird.
Expertenwissen von einem Profiangler
Im Gespräch mit dem Nordkurier klärt Angelexperte Jörg Strehlow, bekannt durch seinen YouTube-Kanal „Fishing-King“ und Instagram, über die Auswirkungen auf. Der Profiangler und Angellehrer betont, dass alle Fische in unseren Gewässern im Winter aktiv sind, auch unter dem Eis. Arten wie Hechte, Barsche und Zander zeigen mehr Bewegung, während Friedfische ihren Stoffwechsel reduzieren, weniger fressen und Energie sparen.
Störungen können fatale Folgen haben: Wenn Fische gestört werden, verbrauchen sie mehr Energie, was in der kalten Jahreszeit kritisch sein kann. Der Nabu warnt daher vor Aktivitäten wie Schlittschuhlaufen auf Naturseen, um die Tiere zu schützen.
Unterschiede zwischen Gewässertypen
Strehlow unterscheidet zwei Hauptszenarien, die für Winterfreunde entscheidend sind:
- Flache Gewässer mit klarem Eis: Hier sollten Menschen besser nicht aufs Eis gehen, selbst wenn es trägt. Fische unter der Wasseroberfläche nehmen Störungen deutlich wahr, was zu Stress führen kann.
- Große Gewässer: Das Hauptproblem ist hier oft, dass das Eis zu früh betreten wird und nicht hält. Ansonsten sind Bedenken hinsichtlich Tierschutz oder Naturschutz geringer, solange man verantwortungsvoll handelt.
Rücksichtsvolles Verhalten ist entscheidend
Strehlow betont, dass Eislaufen oder Schlittschuhlaufen an sich kein Problem darstellt, wenn man bestimmte Regeln beachtet. Er warnt jedoch vor extremen Störungen wie lauten Partys, dem Aufstellen von Ghettoblastern oder unnötigem Klopfen auf dem Eis. Solche Aktionen können für Fische „Horror“ bedeuten und sollten vermieden werden.
Empfehlungen für einen tierfreundlichen Winter:
- Mit Maß und Verstand vorgehen und übermäßigen Lärm vermeiden.
- Flächen, die aus Naturschutzgründen gesperrt sind, nicht betreten.
- Den Winter in vollen Zügen genießen, sowohl vom Ufer aus als auch auf dem Eis, aber stets mit Rücksicht auf die Unterwasserwelt.
Durch diese einfachen Schritte können Menschen die kalte Jahreszeit nutzen, ohne den Fischen zu schaden, und so einen Beitrag zum Naturschutz leisten.



