Neustart für den Naturschutz am Kummerower See
Die Bund-Ortsgruppe „Ostufer Kummerower See“ stellt sich neu auf und hat bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung in Schönfeld die Weichen für die Zukunft gestellt. Erich Zühlke, bisheriger Vorsitzender und Schatzmeister des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland in der Region, hatte seine Ämter zum Jahresende abgegeben. Die Versammlung markierte einen wichtigen Neubeginn für die engagierte Naturschutzorganisation.
Interimsvorstand für ein Jahr gewählt
Die Mitglieder wählten einstimmig Ute Meyer-Heinemann aus Schönfeld, Dr. Egbert Tschötschel aus Grammentin und Dr. Arno W. de Pay aus Verchen zum Interimsvorstand für ein Jahr. In ihren ersten Äußerungen betonten die drei Gewählten, dass sie die Ortsgruppe fest in den Leitlinien des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland verankert sehen. Sie verstehen sich als engagierte Kraft für eine zukunftsorientierte Entwicklung der Region, getragen von Verantwortung für Klima, Landschaft und Artenvielfalt.
Der Klimaschutz wird als zentrale Aufgabe definiert, ebenso wie die gerechte Nutzung der Umweltressourcen und die ökologische Erneuerung, die Lebensräume stärkt und Artenvielfalt zurückbringt. Diese Ziele sind nicht nur politische Forderungen, sondern Ausdruck einer gemeinsamen Vision: Die Ortsgruppe engagiert sich für eine starke, friedfertige und zukunftsfähige Gesellschaft, die ihre natürlichen Grundlagen schützt.
Respektvoller Umgang und konstruktiver Dialog
Der neue Vorstand hob hervor, wie wichtig ein respektvoller Umgang mit unterschiedlichen Interessen sei. Konflikte seien unvermeidlich, aber sie könnten durch offenen, konstruktiven Dialog zu Lösungen führen, die von allen getragen werden. Gerade in einer Region, in der Landwirtschaft, Naturschutz und kommunale Entwicklung eng miteinander verwoben sind, sei dieser Ansatz entscheidend.
Die Ortsgruppe ist gut aufgestellt und konnte im vergangenen Jahr einiges bewegen. So packten 21 Helfer beim Arbeitseinsatz am Wanderweg Gravelotte mit an. Das Quellmoorprojekt Klenzer Mühle wurde erfolgreich abgeschlossen, wie Dr. Arno W. de Pay erklärte: „Der Abschlussbericht wurde bei der Heinz Sielmann Stiftung eingereicht.“ Die Stautafeln funktionierten wie geplant, und die Flora – insbesondere Trollblumen und Orchideen – habe sich deutlich verbessert. Die Wasserstandsmessungen im Quellmoor sollen weitergeführt werden.
Projekte und Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft
Das Kolloquium zum Thema „Moorschutz und Landwirtschaft verbinden“ im Oktober in Malchin war ausgebucht. Eine LSG-Änderungsverordnung für das Moor bei Kummerow ist weiterhin in Prüfung. Die Ortsgruppe hat diese Angelegenheit an den Landesverband übergeben, wird den Sachstand jedoch weiter verfolgen. Eingehalten werden soll ein Baumpflegevertrag mit der Gemeinde Sommersdorf, der noch bis 2030 läuft. Dort gebe es allerdings „Handlungsbedarf bei der Umsetzung“, so de Pay.
Besonders erfreut zeigte sich die Mitgliederversammlung über Impulse von fünf potenziellen Neumitgliedern, die bereits eine Fülle neuer Ideen eingebracht haben. Weitere Interessenten sind gern willkommen. Die Ortsgruppe trifft sich wieder am Dienstag, dem 14. April, um 18 Uhr im Gemeindehaus Schönfeld. Die Mitglieder freuen sich über alle, die sich mit einbringen möchten und so zum Schutz des Naturparadieses Kummerower See beitragen wollen.



