BUND verklagt Berlin: Baumfällungen in Karlshorst für Wohnungsbau gestoppt
Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) Berlin hat eine Klage mit aufschiebender Wirkung beim Verwaltungsgericht Berlin eingereicht. Damit will der Verband geplante Fällmaßnahmen von Gehölzen im Lichtenberger Ortsteil Karlshorst verhindern. Das Gericht bestätigte den Eingang der Klage.
Wohnungsbau versus Artenschutz
Die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Howoge plant an der Ilse- und Marksburgstraße eine Nachverdichtung mit neuen Wohnungen. Dafür sollen auf Freiflächen einer bestehenden Wohnanlage Bäume und Sträucher gefällt, gerodet und beschnitten werden. Der BUND argumentiert jedoch, dass eine artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung der Senatsumweltverwaltung für diese Maßnahmen nicht rechtmäßig sei.
Fotos dokumentieren laut BUND, dass Ersatzpflanzungen aus dem vergangenen Herbst noch nicht funktionsfähig sind. Diese Pflanzungen sollten als Ausgleichsmaßnahme für entfallende Ruhestätten des Haussperlings dienen. Zudem fehle die Feststellung eines günstigen Erhaltungszustands der Zwergfledermaus, die in dem Gebiet vorkommt.
Gerichtlicher Eilantrag stoppt Arbeiten
Die Klage des BUND hat aufschiebende Wirkung, was bedeutet, dass die für Mittwoch angekündigten Fällarbeiten vorerst nicht durchgeführt werden können. Der Verband kritisiert, dass die geplanten Maßnahmen gegen geltendes Artenschutzrecht verstoßen würden. „Eine artenschutzrechtliche Ausnahme kann in diesem Fall nicht erteilt werden“, so die Position des BUND.
Die Howoge hatte die Ausnahmegenehmigung beantragt, um ihre Bauvorhaben umsetzen zu können. Der Konflikt zwischen dringend benötigtem Wohnraum und dem Schutz gefährdeter Arten spitzt sich in Karlshorst nun gerichtlich zu. Die Entscheidung des Verwaltungsgerichts wird mit Spannung erwartet, da sie Signalwirkung für ähnliche Projekte in Berlin haben könnte.



