Es summt, es brummt – und immer öfter hängt ein kleines „Hotel“ im Garten. Doch viele Wildbienen ziehen trotzdem nicht ein. Nistmöglichkeiten für Wildbienen liegen im Trend. Im Handel stapeln sich fertige Modelle, im Baumarkt gibt es ganze Bausätze. Dabei lässt sich ein sogenanntes Insektenhotel auch selbst bauen. Entscheidend ist nur: Wer es falsch macht, baut am Bedarf der Tiere vorbei.
Wildbienenhotel im Garten richtig planen
Wenn es im naturnahen Garten schwirrt und summt, freut das jeden Gartenfreund. Schon mit wenig Aufwand lässt sich eine insektenfreundliche Ecke schaffen – etwa mit einem Wildbienenhotel. Für Cornelis Hemmer von der „Stiftung für Mensch und Umwelt“ liegt der größte Vorteil darin, dass man sich überhaupt mit dem Schutz der Insekten beschäftigt. Einen praktischen Nutzen hätten einzelne Insektenhotels allerdings kaum, wie Hemmer im Gespräch mit myHOMEBOOK erklärt. Und er warnt mit einem klaren Satz: „Gut gemeint ist noch lange nicht gut gemacht.“
Fehler 1: Löcher falsch bohren
Ein Klassiker unter den Pannen: In runde Baumscheiben werden Löcher ins Hirnholz gebohrt. Das Hirnholz, auch Stirnholz genannt, ist die Fläche quer zur Faserrichtung. Das Problem: Das Holz reißt an den Bohrlöchern mit der Zeit aus. Scharfe Kanten entstehen. Wenn die Bienen rückwärts in ihre Niströhren krabbeln, können sie sich an den Flügeln verletzen. Außerdem wird das Holz anfälliger für Pilze. Die Brut kann daran zugrunde gehen.
Richtig ist: Nicht ins Hirnholz bohren, sondern seitlich durch die Rinde, etwa bei abgesägten Baumstämmen.
Fehler 2: Löcher nicht sauber gebohrt
Ausgefranste Ränder sind mehr als nur ein Schönheitsfehler. Sie werden schnell zur Gefahrenstelle für die zarten Bienenflügel. Das gilt für gebohrte Holzblöcke ebenso wie für verbundene Nisthülsen, etwa aus Bambusröhrchen. An fransigen Öffnungen können sich die Tiere verletzen oder sie meiden die Nisthilfe ganz. Deshalb müssen gebohrte Löcher und abgeschnittene Röhrchen an den Kanten sorgfältig abgeschliffen werden. Nur saubere Eingänge erhöhen die Chance, dass die Bienen einziehen.
Fehler 3: Nisthülsen sind nicht lang genug
Besteht das Insektenhotel aus einzelnen Röhrchen, zum Beispiel aus Schilf, Bambus oder Pappe, entscheidet die Länge. Sind die Nisthülsen zu kurz, fehlt Platz für die Aufzucht der Brut. Auch der Durchmesser spielt eine Rolle. Er darf weder zu groß noch zu klein sein. Die Empfehlung der „Stiftung für Mensch und Umwelt“: mindestens zehn Zentimeter Tiefe. Der Durchmesser sollte zwischen 2 und 9 Millimeter liegen.
Fehler 4: Falscher Standort für das Insektenhotel
Nicht nur die Bauweise zählt. Auch der Platz entscheidet, ob die Nisthilfe angenommen wird. Wind, Regen und Himmelsrichtung spielen eine wichtige Rolle. Der ideale Standort ist sonnig sowie regen- und windgeschützt. Die Öffnung sollte nach Süden zeigen und nicht im Schatten liegen. Außerdem benötigen die Bienen freien Anflug.
Fehler 5: Keine Nahrung in unmittelbarer Nähe
Selbst das beste Insektenhotel bleibt leer, wenn das Futter fehlt. Auch für Bienen zählt der Arbeitsweg. Laut der „Stiftung für Mensch und Umwelt“ sollte die nächste Nahrungsquelle, etwa eine Blühwiese, höchstens 400 Meter entfernt sein.



