Keine Windräder bei Seetz und Mankmuß: Erfolg für Bürgerinitiative und Naturschutz
Keine Windräder bei Seetz und Mankmuß: Erfolg für Bürgerinitiative

Keine Windräder bei Seetz und Mankmuß: Erfolg für Bürgerinitiative und Naturschutz

In einem bedeutenden Schritt für die Regionale Planung hat die Regionalversammlung Prignitz-Oberhavel unter Vorsitz von Landrat Alexander Tönnies (SPD) zwei geplante Windvorranggebiete gestrichen. Betroffen sind die Gebiete Seetz-Mankmuß in der Gemeinde Karstädt sowie Sommerfeld-Neuendorf in Oberhavel. Diese Entscheidung markiert einen Erfolg für lokale Bürgerinitiativen und berücksichtigt weitreichende naturschutzfachliche Bedenken.

Regionalplan Windenergie auf der Zielgeraden

Der Entwurf des Regionalplanes Windenergienutzung 2024 hatte ursprünglich in Seetz, Mankmuß und Boberow ein 245 Hektar großes Windvorranggebiet vorgesehen. Nach intensiven Beratungen und zahlreichen Stellungnahmen aus Fachbehörden wurden diese Pläne nun verworfen. Der überarbeitete Teilplan zur Windenergienutzung hat damit die Zustimmung des Brandenburger Landesamtes für Umwelt (LfU) erhalten.

„Mit dieser Anpassung ist der Regionalplan für unsere Region bis spätestens Ende 2027 genehmigungsfähig, und der Wildwuchs von Windkraftanlagen, der sich ab 2028 noch verschärfen würde, kann verhindert werden“, erklärte Landrat Alexander Tönnies. „Der Neubau der Anlagen soll weitestgehend auf ausgewiesene Gebiete beschränkt werden. Das sorgt für mehr Sicherheit in der Bevölkerung und aufseiten der Windkraftindustrie.“

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Naturschutzbedenken führen zur Streichung

Das Landesamt für Umwelt hatte erhebliche naturschutzfachliche Einwände gegen die geplanten Vorranggebiete vorgebracht. Das betroffene Areal bei Mankmuß besteht hauptsächlich aus Wald und zeichnet sich durch seinen naturbelassenen Charakter aus. Zudem grenzt es direkt an das Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe-Brandenburg, das Teil des Europäischen Vogelschutzgebiets „Unteres Elbtal“ ist.

In den Regionalplan sind zahlreiche Schutzaspekte eingeflossen:

  • Denkmalschutz
  • Artenschutz
  • Immissionsschutz
  • Belange der Bundeswehr
  • Interessen der zivilen Luftfahrt

Bürgerinitiative setzt sich durch

Bereits im Sommer 2024 hatte sich in der Gemeinde Karstädt die Bürgerinitiative „Gegenwind“ formiert, die sich vehement gegen die geplanten Windkraftvorranggebiete aussprach. Unterstützung erhielt die Initiative von der Gemeinde Karstädt selbst sowie der Gemeindevertretung, die im März 2025 in einer gemeinsamen Stellungnahme ihre Ablehnung deutlich machten.

Dieser lokale Widerstand trug maßgeblich dazu bei, dass die Planungen überdacht und schließlich verworfen wurden. Die erfolgreiche Intervention der Bürgerinitiative zeigt, wie lokales Engagement regionale Planungsprozesse beeinflussen kann.

Flächenziel dennoch erreichbar

Trotz der Streichung der beiden Vorranggebiete bleibt das Flächenziel von 1,8 Prozent der Landesfläche für Windenergie in der Region erreichbar. Brandenburg ist verpflichtet, bis Ende 2027 mindestens diesen Anteil seiner Fläche für Windkraft zur Verfügung zu stellen.

Nach Inkrafttreten des Regionalplans wird der Neubau von Windkraftanlagen auf 11.740 Hektar in den Landkreisen Oberhavel, Ostprignitz-Ruppin und der Prignitz beschränkt sein. Allerdings bleiben Repowering-Vorhaben – also der Austausch älterer Anlagen gegen leistungsstärkere Modelle – bis zum 31. Dezember 2030 auch außerhalb der Vorranggebiete zulässig.

Nächste Schritte im Planungsverfahren

Der überarbeitete Regionalplan wird voraussichtlich im Juni während der nächsten Sitzung der Regionalversammlung beschlossen. Anschließend ist eine weitere öffentliche Auslegung erforderlich, die sich jedoch ausschließlich auf die Streichung der beiden Vorranggebiete konzentrieren wird.

Die endgültige Entscheidung der Regionalräte steht noch aus, insbesondere aufgrund eines noch offenen Antrags auf Neubeginn des Prüfverfahrens. Das erklärte Ziel der Planungsstelle bleibt, bis zum 31. Dezember 2027 einen genehmigungsfähigen Plan vorlegen zu können, um die ab 2028 geplante umfangreichere Privilegierung von Windkraftprojekten für das Planungsgebiet Prignitz-Oberhavel zu verhindern.

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Diese Entwicklung zeigt, wie komplex der Ausbau der Windenergie in sensiblen Naturräumen ist und wie verschiedene Interessen – von Naturschutz über lokale Bürgerbelange bis hin zu energiepolitischen Zielen – in Einklang gebracht werden müssen.