Künstliche Intelligenz revolutioniert Artenschutz an der Elbe
An der Mittleren Elbe setzen Artenschützer jetzt auf modernste Technologie, um ihre Arbeit effizienter zu gestalten. Eine neu entwickelte künstliche Intelligenz übernimmt die Auswertung von Tausenden Aufnahmen aus zwölf Wildkameras in den Auen bei Dessau-Roßlau. Bisher mussten diese Bilder mühsam von Hand nach Tierbewegungen durchsucht werden – ein Prozess, der jetzt deutlich beschleunigt wurde.
Wie die KI den Artenschutz verbessert
Die Kameras zeichnen kontinuierlich die Tierwelt auf, reagieren jedoch auch auf Bewegungen wie wogende Grashalme im Wind. Die KI-gesteuerte Software Trapscan filtert diese Störsignale automatisch heraus und konzentriert sich ausschließlich auf relevante Tieraktivitäten. Besonders eindrucksvoll zeigt sich der Nutzen am Beispiel der Wildkatze: Das System erkennt wiederkehrende Bewegungsmuster an verschiedenen Kamerastandorten und kann diese miteinander verknüpfen.
Durch diese Analyse wurde entdeckt, dass Wildkatzen ihr Jagdrevier in regelmäßigen Abständen wechseln. Diese Erkenntnis ermöglicht es den Artenschützern nun, gezielte Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensräume zu planen. Beispielsweise können Hecken gepflanzt werden, um die Reviere besser zu verbinden und den Tieren sichere Wanderkorridore zu schaffen.
Entwicklung und Zukunftsperspektiven
Das digitale Werkzeug wurde in den vergangenen sechs Monaten gemeinsam vom WWF und dem Fraunhofer-Institut in Ilmenau entwickelt. Es soll fortan in laufenden und zukünftigen Projekten im 13.000 Hektar großen Schutzgebiet zwischen den Mündungen von Mulde und Saale eingesetzt werden. Der WWF engagiert sich seit drei Jahrzehnten in dieser Region, um die Ökosysteme an der Elbe wiederherzustellen und langfristig zu erhalten.
Die Einführung der KI-Technologie markiert einen bedeutenden Fortschritt im Artenschutz. Nicht nur die Effizienz der Datenerhebung wird gesteigert, sondern auch die Qualität der gewonnenen Erkenntnisse. Artenschützer können sich nun stärker auf die Umsetzung konkreter Schutzmaßnahmen konzentrieren, anstatt wertvolle Zeit mit der manuellen Sichtung von Bildmaterial zu verbringen.
Dieses Projekt zeigt beispielhaft, wie moderne Technologien den Naturschutz unterstützen können. Die Kombination aus traditionellem Artenschutz und innovativer KI-Anwendung eröffnet neue Möglichkeiten für den Erhalt bedrohter Arten und ihrer Lebensräume an der Elbe und darüber hinaus.



