Krötenwanderung in Mecklenburg beginnt bald: Naturschützer stellen Schutzbarrieren auf
Krötenwanderung beginnt: Naturschützer stellen Zäune auf

Amphibienwanderung steht bevor: Naturschützer aktivieren Schutzmaßnahmen

In der malerischen Mecklenburgischen Seenplatte bereiten sich Naturschützer intensiv auf ein alljährliches Naturschauspiel vor: die Wanderung von Kröten, Fröschen und Molchen zu ihren Laichgewässern. Um die zahlreichen Amphibien vor dem gefährlichen Straßenverkehr zu schützen, werden derzeit an neuralgischen Punkten spezielle Krötenzäune errichtet.

Schutzvorrichtungen an Landesstraßen installiert

Sebastian Krage und sein Team vom Naturpark Feldberger Seenlandschaft haben am Dienstag an zwei besonders frequentierten Strecken Schutzbarrieren aufgestellt. An der Landesstraße 341 bei Lüttenhagen sowie an der L34 zwischen Feldberg und Möllenbeck wurden die Zäune installiert, die den Amphibien als Leitlinie dienen. Die wandernden Lurche folgen diesen Barrieren und fallen in speziell eingelassene Fangeimer, aus denen sie später von engagierten Helfern befreit werden.

Vier Freiwillige übernehmen täglich zweimal die Kontrolle der Eimer und transportieren die gesammelten Tiere sicher zu ihren angestammten Teichen. Dabei handelt es sich vorwiegend um Erdkröten, aber auch Wasser- und Braunfrösche sowie vereinzelt Kamm- und Teichmolche werden regelmäßig gerettet. Pro Saison können auf diese Weise rund 1000 Amphibien in der Feldberger Region vor dem Verkehrstod bewahrt werden, was einen wichtigen Beitrag zum Arterhalt darstellt.

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Wanderungsbeginn von Witterung abhängig

Derzeit sind die Fangeimer noch mit Deckeln verschlossen, da die eigentliche Wanderung noch nicht eingesetzt hat. „Die Amphibien beginnen ihre Reise, sobald die Temperaturen konstant mild bleiben und keine Nachtfröste mehr drohen“, erklärt Sebastian Krage. Zusätzlich müssen die Eisdecken auf den Seen geschmolzen sein und ausreichend Regen fallen, um ideale Bedingungen zu schaffen. Derzeit deuten die Wetterverhältnisse noch nicht auf einen unmittelbaren Start hin.

Bei normalem Witterungsverlauf wird der Höhepunkt der Wanderbewegungen erst Mitte März erwartet. Die gesamte Phase erstreckt sich dann über etwa zwei Monate, in denen die Amphibien besonders gefährdet sind.

Freiwillige dringend gesucht

Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) weist darauf hin, dass dauerhafte Lösungen wie Schutztunnel unter Straßen – wie sie beispielsweise in Jägerhof bei Waren existieren – in der Seenplatte noch selten sind. Die betreuungsintensiven Zäune können daher nur einen Bruchteil der gefährdeten Laichgebiete absichern.

Aus diesem Grund appelliert der Nabu an alle Autofahrer, in Gewässernähe besonders vorsichtig und langsam zu fahren – nicht nur zum Schutz der Amphibien, sondern auch aus allgemeiner Verkehrssicherheitsgründen. Gleichzeitig werden stets ehrenamtliche Helfer gesucht, die sich an der Betreuung der Krötenzäune beteiligen möchten. Interessierte können sich an die Regionalverbände Mecklenburg-Strelitz oder Müritz wenden, um sich für den Amphibienschutz zu engagieren.

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