Meisen als natürliche Bekämpfer des Eichenprozessionsspinners: Nistkästen im Einsatz
Meisen bekämpfen Eichenprozessionsspinner mit Nistkästen

Meisen als natürliche Feinde des gefürchteten Eichenprozessionsspinners

In zahlreichen Landkreisen und Kommunen werden derzeit hunderte Nistkästen für Meisen installiert, um den gefürchteten Eichenprozessionsspinner auf biologische Weise zu bekämpfen. Die kleinen Vögel mit ihrem auffällig gefärbten Gefieder und kräftigen Schnabel gelten als natürliche Fressfeinde der schädlichen Raupen.

Biologische Bekämpfung durch Meisenansiedlung

Mit Beginn der Brutzeit sollen die Nistkästen dafür sorgen, dass sich Meisen vermehrt ansiedeln und den Baumschädling reduzieren. „Das ist umweltgerecht und nachhaltig“, erklärt Marc-André Burgdorf, Landrat im Emsland. „Die Wirkung ist bei Massenbefall zwar begrenzt, aber durchaus eine sinnvolle Ergänzung.“ Ein Meisenpaar kann pro Saison bis zu 17 Kilogramm der Raupen des Eichenprozessionsspinners vertilgen, wobei sie insbesondere die Raupen im frühen Larvenstadium an ihre Jungtiere verfüttern.

Gefahren durch den Eichenprozessionsspinner

Die Raupen des Eichenprozessionsspinners stellen nicht nur eine Bedrohung für Bäume dar, sondern können auch Menschen gefährlich werden:

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  • Ihre feinen Brennhaare enthalten Nesselgift
  • Sie können Atembeschwerden, Juckreiz und Entzündungen auslösen
  • In schweren Fällen drohen Schwindel, Fieber oder sogar allergische Schocks
  • Die Haare behalten ihre Wirkung über Jahre und können vom Wind weit verteilt werden

Experten machen die gestiegenen Temperaturen im Frühling für die zunehmende Ausbreitung des unscheinbaren Nachtfalters verantwortlich.

Weitere Bekämpfungsmaßnahmen

Neben der Ansiedlung von Meisen setzen Kommunen auf weitere Methoden:

  1. Nematoden-Einsatz: Winzige Fadenwürmer werden als feiner Sprühnebel in der Dämmerung auf Eichen aufgebracht und fressen die Raupen im Frühstadium ihrer Entwicklung.
  2. Absaugen der Nester: Bei starkem Befall werden Raupennester durch Fachfirmen abgesaugt.
  3. Warnsysteme: Städte wie Delmenhorst weisen Gebiete mit erhöhtem Befall aus und installieren dauerhafte Warnschilder.

Empfehlungen für betroffene Bürger

Das Bundeslandwirtschaftsministerium rät zu folgenden Maßnahmen bei Kontakt mit den Raupenhaaren:

  • Möglichst rasch duschen und Haare waschen
  • Kleidung wechseln und reinigen
  • Bei Hautausschlag, Atemnot oder anderen allergischen Reaktionen einen Arzt aufsuchen
  • Befallene Gebiete meiden

Besonders für touristische Regionen wie das Emsland, das ein beliebtes Ziel für Radtouristen ist, stellt der Raupenbefall eine besondere Herausforderung dar. Während in den Jahren 2020 und 2021 noch Biozide im südlichen Emsland eingesetzt wurden, setzen die Behörden heute verstärkt auf biologische Alternativen.

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