Störche kehren trotz Schnee und Eis an die Elbe zurück: Natur zeigt Anpassungsfähigkeit
Störche trotzen Schnee und Eis bei Rückkehr an die Elbe

Störche kehren trotz winterlicher Bedingungen an die Elbe zurück

Die ersten Störche haben bereits ihre Brutgebiete entlang der Elbe erreicht, obwohl vielerorts noch Schnee und Eis die Landschaft prägen. Bereits am Sonntag wurde der erste Storch in Gothmann gesichtet, gefolgt von einem weiteren am Montag in Besitz. Diese frühe Rückkehr trotz winterlicher Verhältnisse überrascht viele Naturbeobachter, doch Storchenexperte Helmut Eggers betont die Anpassungsfähigkeit der Vögel.

Flexible Nahrungssuche der Störche

Helmut Eggers, ein erfahrener Storchenexperte, erläutert, dass die Störche als vielseitige Jäger auch unter schwierigen Bedingungen genügend Nahrung finden. „Es gibt immer noch offene Stellen auf den Flächen, und die ein oder andere Maus huscht über den Schnee“, erklärt er. Die Vögel zeigen sich dabei äußerst flexibel in ihrem Verhalten.

Falls das Nahrungsangebot in einem Gebiet nicht ausreichend sein sollte, sind Störche durchaus bereit, weiterzufliegen. „Wenn sie hier nicht genug Futter finden, fliegen sie auch noch einmal irgendwohin, wo das Nahrungsangebot besser ist“, verdeutlicht Eggers. Diese Anpassungsfähigkeit ermöglicht es den Vögeln, selbst bei widrigen Wetterbedingungen erfolgreich zu überleben.

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Weitere Rückkehrer werden erwartet

Der ehrenamtliche Storchenbetreuer rechnet bereits in der kommenden Woche mit weiteren Rückkehrern. Besonders aufmerksam verfolgt er die mit Sendern ausgestatteten Störche, deren Signale regelmäßig ausgewertet werden. „Unsere Senderstörche sind auch unterwegs, und die beiden Tiere, die auf der Westroute unterwegs sind, könnten schon nächste Woche hier eintreffen“, berichtet Eggers.

Die letzten empfangenen Signale zeigten, dass sich einer der besenderten Störche in Frankreich und ein weiterer in Italien aufhält. „Dann dauert es erfahrungsgemäß nicht mehr allzu lange, bis sie ihre Nester in Niendorf und Neu Gülze wieder beziehen“, so der Experte. Ein dritter besenderter Storch aus der Elbregion befindet sich auf der sogenannten Ostroute.

Besonderer Fall eines Senderstorches

Bei einem der besenderten Störche gab es besondere Herausforderungen bei der Ortung. „Er war lange verschollen, denn wir haben keine Signale bekommen“, erinnert sich Eggers. Dies könnte nach seiner Einschätzung daran liegen, dass der Vogel den Sudan überflogen hat, wo das Funknetz aufgrund kriegerischer Aktionen gestört ist.

Inzwischen haben die Experten jedoch wieder Signale empfangen und rechnen mit der baldigen Ankunft des Vogels. „Wir haben jetzt aber wieder ein Signal empfangen, daher rechnen wir damit, dass er in zwei bis drei Wochen wieder in Sückau landet“, erklärt der Storchenbetreuer optimistisch.

Arbeitsintensive Zeit für Storchenbetreuer

Für die ehrenamtlichen Storchenbetreuer bedeutet diese Jahreszeit besonders viel Arbeit. Einige Nester müssen dringend abgetragen werden, da sie durch die jährliche Bautätigkeit der Störche zu hoch geworden sind. „Jetzt sind diese Nester zu hoch und werden dadurch instabil“, erläutert Eggers die Problematik.

Allerdings kann diese Arbeit erst durchgeführt werden, wenn die Nester nicht mehr gefroren sind. „Zurzeit sind das einfach große Eisberge, da würden wir das gesamte Nest zerstören, wenn wir da Material entnehmen wollen“, beschreibt Eggers die aktuelle Situation. Die Betreuer hoffen daher auf das angekündigte Tauwetter, um die Nester noch vor der Ankunft weiterer Störche instand setzen zu können.

Die Rückkehr der Störche trotz winterlicher Bedingungen zeigt eindrucksvoll die Flexibilität und Anpassungsfähigkeit dieser beeindruckenden Zugvögel. Während die Natur noch im winterlichen Kleid erscheint, bereiten sich die Störche bereits auf die kommende Brutsaison vor und demonstrieren dabei ihre erstaunliche Widerstandsfähigkeit.

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