Staatsbesuch im Frühjahr: Wespenköniginnen auf Wohnungssuche
Wespenköniginnen auf Wohnungssuche im Frühjahr

Staatsbesuch im Frühjahr: Wespenköniginnen auf Wohnungssuche

Ein warmer Frühlingstag, das Fenster steht weit offen. Plötzlich erfüllt ein tiefes, lautes Summen den Raum. Ein ungewöhnlich großes Insekt fliegt an der Scheibe entlang – viele Menschen erschrecken und denken sofort an eine Hornisse. Doch in den meisten Fällen handelt es sich dabei um eine Wespenkönigin auf der Suche nach einem neuen Zuhause.

Die Königin erwacht aus der Winterstarre

Während die meisten Wespenvölker im Herbst sterben, überwintern nur die jungen, begatteten Königinnen. Sie verstecken sich in Holzspalten, unter Baumrinden oder im Boden und fallen in Winterstarre. Sobald die Temperaturen im Frühjahr steigen, erwachen sie und beginnen ihre wichtigste Mission: die Gründung eines neuen Staates.

Diese Königinnen sind deutlich größer als die Arbeiterinnen, die wir später im Sommer kennenlernen. Während normale Arbeiterinnen etwa 15 Millimeter lang werden, erreichen Königinnen bis zu 20 Millimeter. Ihre imposante Größe führt oft zu Verwechslungen mit Hornissen oder anderen großen Insekten.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Die Suche nach dem perfekten Nistplatz

Nach dem Erwachen macht sich die Königin sofort auf die Suche nach einem geeigneten Nistplatz. Dabei untersucht sie vor allem:

  • Dunkle Ecken wie Rollladenkästen
  • Geschützte Stellen an Gebäuden
  • Hohlräume im Boden
  • Dachvorsprünge und Verkleidungen

Durch geöffnete Fenster fliegt sie hinein, um zu prüfen, ob sich dort passende Verstecke befinden. Bei sonnigem Wetter ist sie auch häufig in Gärten oder Parks unterwegs, wo sie nach idealen Standorten Ausschau hält.

Keine Gefahr für Menschen

So beeindruckend die großen Wespenköniginnen auch wirken mögen – in der Regel gehen von ihnen keine Gefahren aus. Die Tiere haben noch kein Volk und kein Nest zu verteidigen, daher sind sie nicht aggressiv.

Nur wenn man sie bedroht, versucht zu zerquetschen oder einzufangen, können sie aus Selbstverteidigung zustechen. Doch dieses Verhalten ist selten und dient ausschließlich dem eigenen Schutz.

Wann sollte man aufmerksam werden?

Wer eine große Wespe wiederholt an derselben Stelle beobachtet, sollte genauer hinschauen. Dies könnte ein Hinweis darauf sein, dass die Königin dort bereits mit dem Nestbau begonnen hat. In solchen Fällen ist es ratsam, frühzeitig professionelle Hilfe zu kontaktieren, bevor sich ein ganzes Volk entwickelt.

Das laute Summen im Frühling ist also meist kein Angriff, sondern der Start in ein neues Wespenjahr. Was bedrohlich wirkt, ist oft nur eine Königin auf der Suche nach einem Zuhause für ihren zukünftigen Staat.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration