Wildbienen-Expertin kämpft in Laase für den Schutz der kleinen Bestäuber
Sie sind klein und bleiben oft unsichtbar, doch Wildbienen zählen zu den wichtigsten Bestäubern in unserer Natur. In der Begegnungsstätte Alte Schule Laase hat Naturschutzreferentin Katja Burmeister jetzt mit spürbarer Begeisterung über die faszinierende Lebensweise dieser Tiere informiert und dabei zahlreiche Besucher als Fürsprecher gewonnen.
Eine leidenschaftliche Stimme für die Wildbienen
„Wildbienen zu beobachten, das ist spannender als fernsehen!“ Mit diesen Worten eröffnete Katja Burmeister ihren Vortrag vor gut 30 interessierten Gästen. Die Expertin, die als Koordinatorin des Erlebnisreichs Bienenstraße im Land unterwegs ist, sprach leidenschaftlich über Wildbienen, „die hoch interessant sind, die jedoch keine Lobby haben“, wie sie betonte.
Burmeister verfügt über langjährige Erfahrung: Viele Jahre hatte sie beim Landesverband des Naturschutzbundes (Nabu) gearbeitet und sich zunächst auf die Honigbiene fokussiert. Als spätere Leiterin der Naturschutzstation Schwerin erkannte sie jedoch, dass das Leben der Wildbienen viel spannender sei, sich jedoch kaum jemand für sie einsetze. „Ich wollte von da an den Wildbienen meine Stimme geben“, erklärt die heutige Naturschutzreferentin des Landschaftspflegeverbands Sternberg.
Fast 600 Arten – viele davon gefährdet
Die Referentin erläuterte, dass es in Deutschland fast 600 Wildbienenarten gibt, von denen etwa die Hälfte gefährdet sei. Anders als Honigbienen leben die meisten Wildbienenarten solitär, also einzeln. Zu den Wildbienen zählen auch Hummeln – mit über 40 Arten in Deutschland – die im Gegensatz zu anderen Wildbienen im Volk leben.
Im Frühjahr seien geeignete Nahrungsquellen entscheidend für das Überleben der Tiere, betonte Burmeister: „Gerade jetzt ist es für die puscheligen Tiere überlebenswichtig, dass sie Weiden, Schneeglöckchen, Krokusse und andere Frühblüher als Nektarlieferanten vorfinden.“ Interessant sei auch, dass die Hummeln, die wir jetzt im Frühjahr in unseren Gärten entdecken, allesamt Königinnen seien.
Faszinierende Einblicke in die Lebensweise
Die Zuhörer zeigten sich erstaunt, als sie erfuhren, dass es wie bei den Vögeln auch Kuckuckshummeln gibt. Ähnlich wie der namensgebende Vogel legen Kuckuckshummeln ihre Eier in bereits bestehende Nester anderer Hummelarten, um ihren Nachwuchs von dem annektierten Volk aufziehen zu lassen.
Die Gäste erhielten zudem Einblicke in die unterschiedlichen Lebensweisen, Nistgewohnheiten und Spezialisierungen der Wildbienen. Burmeister appellierte an das Verantwortungsbewusstsein der Menschen: „Der Mensch darf nicht nur nehmen, er muss der Natur auch etwas zurückgeben!“
Praktische Tipps für den Alltag
Die Expertin warb für einen respektvollen Umgang mit Insekten. So empfiehlt sie beispielsweise, eine Wespe auf dem Nachmittagskuchen nicht gleich zu erschlagen, sondern sie genauer zu beobachten. Dabei würde man sehen, wie flink ein solches Tier sich einen dicken Kuchenkrümel aus dem Stück „herausknuspert“ und damit zu ihrer Brut fliegt, welche sich nur von tierischem Eiweiß ernährt.
Wildbienen dagegen seien immer Vegetarier und brauchen deshalb pflanzliches Eiweiß. Burmeister betonte die Bedeutung von naturnahen Gärten mit vielfältigen Blühpflanzen als Lebensraum für die wichtigen Bestäuber.
Engagierte Zuhörer mit eigener Erfahrung
Unter den Zuhörern befanden sich naturverbundene Gäste wie Inge und Wolfgang Kliemas aus Groß Labenz, die bereits eigene Erfahrungen mit Bienen gesammelt haben. „Ich hatte mich während meiner Schulzeit 12 Jahre lang mit Bienen beschäftigt. Unser Lehrer hat uns über den Schulgarten an die Bienen herangeführt. Dort gab es ein großes Bienenhaus. Wir haben Bienen und sogar Tauben gezüchtet“, berichtete Wolfgang Kliemas.
Auch die Schwestern Gerda Penzel aus Schependorf und Ingrid Dretzke aus Bützow vom Freundeskreis der Alten Schule ließen sich den Vortrag nicht entgehen. Sie pflegen selbst Insektenhotels in ihren Gärten und lauschten interessiert Burmeisters Ausführungen und praktischen Tipps.
Weitere Veranstaltungen in Laase geplant
Die Begegnungsstätte Alte Schule Laase plant weitere interessante Veranstaltungen:
- 11. April, 11 Uhr: Margot Krempien lädt zur Vernissage ein. Gezeigt werden Malerei von Brunhilde Handorf und Holzarbeiten von Rolf Niederstrasser.
- 23. April, 19 Uhr: Podiumsdiskussion unter dem Motto „Der Wolf ist da …“ – Welche Auswirkungen hat der Wolf auf die Land- und Viehwirtschaft sowie Jagd. Ein Gespräch mit Ulrich Constien, Landwirt und Jäger sowie Schäferin Susanne Petersen und als Gäste Marilena Kallweit und Julia Blau vom Wolfskompetenzzentrum MV, Forstamt Jassnitz.
Die Initiative von Margot Krempien, die die Aktivitäten in der Alten Schule Laase organisiert, zeigt, wie wichtig solche Begegnungsstätten für den Austausch über Naturschutzthemen sind. Der Wildbienenvortrag von Katja Burmeister hat deutlich gemacht, dass jeder Einzelne einen Beitrag zum Schutz dieser wichtigen Insekten leisten kann.



