Projekt „Wildtiernah Berlin“: Über 600 Anfragen in drei Monaten – Erste Bilanz
Wildtiernah Berlin: Über 600 Anfragen in drei Monaten

Projekt „Wildtiernah Berlin“: Über 600 Anfragen in drei Monaten – Erste Bilanz

Wie reagiert man richtig, wenn man einen verletzten Fuchs oder einen hilfsbedürftigen Schwan entdeckt? Seit November 2025 bietet das Projekt „Wildtiernah Berlin“ eine zentrale Anlaufstelle für solche Fragen. Nach drei Monaten ziehen die Verantwortlichen nun eine erste positive Bilanz und geben wertvolle Tipps für den Umgang mit Wildtieren in der Hauptstadt.

Große Resonanz aus der Bevölkerung

„Insgesamt wurden wir bislang in über 600 Fällen für Beratungen als auch für tierärztliche Behandlungen kontaktiert“, berichtet eine Sprecherin des Projekts auf Anfrage. Die Resonanz aus der Bevölkerung sei enorm, sowohl die Hotline als auch die E-Mail-Beratung würden intensiv genutzt. Das Projekt des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) wird von der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt gefördert und umfasst ein neunköpfiges Team aus Tierärzten, Wildtierberatern, Kommunikationsexperten und einer Koordinatorin.

Vielfältige Tierarten und direkte Hilfe

Die Anfragen betrafen mehr als 20 verschiedene Tierarten, darunter Biber, Greifvögel und Wildschweine. Besonders häufig gab es Fragen zu Füchsen, Schwänen, Stadttauben und Waschbären. Neben der Beratung leistet das Team auch direkte Hilfe: Seit November wurden mehr als 250 verletzte oder hilfsbedürftige Wildtiere betreut, etwa Igel oder Fledermäuse in Auffangstationen. Für Behandlungen steht ein Wildtiermobil, eine fahrbare Klinik, zur Verfügung.

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Herausforderungen im Winter und richtiges Verhalten

Der Start von „Wildtiernah Berlin“ fiel in eine Zeit mit teils sehr niedrigen Temperaturen, Schnee und Frost. „Kalte Winter sind für Wildtiere immer eine Herausforderung, aber die meisten heimischen Arten sind gut angepasst“, erklärt die Sprecherin. Bei längeren Kälteperioden könne es jedoch für kranke, geschwächte oder sehr junge Tiere schwieriger werden, ausreichend Nahrung zu finden. Geschwächte Tiere seien zudem anfälliger für Krankheiten wie derzeit die Vogelgrippe, die in Berlin vor allem Höckerschwäne betrifft.

Wichtige Verhaltensregeln für Bürger

Die Sprecherin gibt klare Empfehlungen:

  • Tote oder apathisch wirkende Vögel sollten nicht berührt, sondern den zuständigen Veterinärämtern gemeldet werden.
  • Nicht jedes Tier, das im Winter beobachtet wird, braucht Hilfe – manchmal sitzen Tiere regungslos auf dem Eis, um Energie zu sparen.
  • Bei Unsicherheit gilt: „anrufen und beraten lassen“.
  • Wasservögel sollten nicht gefüttert werden, da Brot schädlich ist und Fütterungen zu größeren Ansammlungen führen, die die Ausbreitung von Krankheiten wie der Vogelgrippe begünstigen.

Generell lautet die Devise: „beobachten statt vorschnell eingreifen“. Die Interaktion mit Menschen bedeute für die meisten Wildtiere Stress. Das Projekt „Wildtiernah Berlin“ setzt sich dafür ein, dieses Bewusstsein in der Bevölkerung zu stärken und gleichzeitig praktische Unterstützung zu bieten.

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