Frühlingserwachen in München: Die ersten Zugvögel keistern zurück in die bayerische Landeshauptstadt
Zugvögel kehren nach München zurück: Frühlingsboten im Anflug

Frühlingsboten im Anflug: Münchens Vogelwelt erwacht zum Leben

Wer in diesen Tagen morgens das Fenster öffnet, kann es deutlich hören: Ein vielstimmiges Konzert kündigt den nahenden Frühling an. In München hat die Rückkehrsaison der Zugvögel begonnen – eine erfreuliche Nachricht für alle, die die winterliche Stille satt haben. Während Wintergäste aus dem Norden langsam in ihre Brutgebiete zurückkehren, treffen gleichzeitig die ersten Zugvögel aus südlichen Gefilden in der bayerischen Landeshauptstadt ein.

Frühe Rückkehrer und gesellige Trupps

Zu den allerersten Rückkehrern gehören die geselligen Stare, die bereits in Trupps durch Münchens Grünanlagen und Privatgärten ziehen. „Man kann sie jetzt schon gut beobachten“, bestätigt Isabel Rohde, Leiterin für Vogelschutz und Vogelkunde beim Landesbund für Vogelschutz (LBV) in München. Im Umland der Stadt sind außerdem bereits Weißstörche und imposante Rotmilane gesichtet worden – letztere sind die größten hier brütenden Greifvögel.

Ein neuer Trend: Immer mehr Vögel bleiben im Winter

Doch nicht alle dieser Arten haben den Winter tatsächlich im Süden verbracht. „Trotz der diesjährigen kalten Temperaturen beobachten wir, dass einst klassische Zugvogelarten zunehmend hier überwintern“, erklärt die Vogelexpertin. Dieser Trend sei auf durchschnittlich wärmere Winter zurückzuführen. Viele Vögel sparen sich dadurch die gefährliche Reise nach Südeuropa oder Afrika. „In den letzten Jahren haben einige Vögel gute Erfahrungen mit dem Hierbleiben gemacht. Nun wiederholen sie das und geben diese Information sogar an Nachwuchs und Artgenossen weiter“, so Rohde.

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Unterschiedliche Zugstrategien bei verschiedenen Arten

Allerdings gilt dieser Trend nicht für alle Vogelarten gleichermaßen. Bei Mauerseglern, Mehl- oder Rauchschwalben ist das Zugverhalten stark genetisch verankert. Diese Arten kommen erst später im Jahr zurück, wenn es deutlich wärmer ist und ausreichend Insektennahrung verfügbar ist. „Dass solche Arten in absehbarer Zeit bei uns überwintern, ist sehr unwahrscheinlich“, meint die LBV-Expertin. Anders verhält es sich bei Kurzstreckenziehern wie Rotkehlchen, Buchfinken oder Kormoranen, die ohnehin nur teilweise und je nach Wetterlage südwärts fliegen. „Diese werden wohl vermehrt bei uns bleiben“, prognostiziert Rohde.

Wechselspiel der Vogelpopulationen

Während die Zugvögel peu à peu nach München zurückkommen, verlassen gleichzeitig Wintergäste wie Bergfinken, Rotdrosseln oder Saatkrähen Stadt und Landkreis in Richtung Nord- und Nordosteuropa. Dies erklärt, warum es zur warmen Jahreszeit weniger Krähen zu sehen gibt, während man im Winter teils riesige Schwärme aus Saatkrähen, Rabenkrähen und Dohlen beobachten kann.

Was Vogelfreunde in den kommenden Wochen erwartet

Gegen Mitte bis Ende Februar können sich Vogelbegeisterte auf die nächsten Rückkehrer freuen:

  • Feldlerchen
  • Kiebitze
  • Waldschnepfen

Diese Arten treffen dann für das Brutgeschäft in München ein. „Ende April ist die heimische Brutvogelwelt komplett“, so Rohde abschließend. „Dann kommen als letzte Zugvögel die Mauersegler zurück und starten im Mai in die Münchner Brutsaison.“ Für Naturfreunde bedeutet dies: Die Vogelbeobachtungssaison in und um München hat offiziell begonnen.

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