Sieben neue Bäume für das Glockenbachviertel: Mehr Schatten, aber auch höhere Kosten
Am Dienstagvormittag wurden in der Arndtstraße im Münchner Glockenbachviertel sieben neue Straßenbäume gepflanzt. Die etwa sechs Meter hohen, noch blätterlosen Feldahorne sind der Auftakt für ein umfangreiches Stadtbegrünungsprojekt. Baureferentin Jeanne-Marie Ehbauer und Bürgermeister Dominik Krause gaben gemeinsam mit dem Bezirksausschuss und dem Umweltreferat den offiziellen Startschuss für die Pflanzaktion.
3500 neue Bäume für München: Ein ambitioniertes Vorhaben
Bereits im Dezember 2023 beschloss der Münchner Stadtrat, insgesamt 3500 neue Bäume an öffentlichen Orten in der gesamten Stadt zu pflanzen. Davon sollen 1500 Bäume auf bisher versiegelten Straßenflächen wie der Arndtstraße stehen. Diese Straße ist geprägt von Wohnhäusern, aber bisher kaum Grünflächen. Anwohnerin Anna Helidonis, die seit über 30 Jahren in der Nachbarschaft lebt, zeigt sich erfreut: "Wir brauchen sie einfach. Vor allem im Sommer merkt man, wie heiß die Flächen werden. Ich habe fast 30 Jahre darauf gewartet, jetzt sind sie endlich da."
Der Bezirksausschussvorsitzende Benoît Blaser von den Grünen betont, dass nach einem langen Prozess mit vielen Bürgervorschlägen die Pflanzungen nun Realität werden. Allerdings weist er auch auf notwendige Kompromisse hin: Bäume im engen Straßenraum kosten Parkplätze. Trotz einzelner Unzufriedenheit seien die neuen Bäume im Viertel gut aufgenommen worden.
Hohe Kosten und aufwendige Vorbereitungen
Für das Gesamtprojekt hat der Stadtrat mehr als 50 Millionen Euro bewilligt. Ein einzelner Baum kostet dabei rund 5000 Euro, was allein für die Bäume etwa 17,5 Millionen Euro ausmacht. Der Rest des Budgets fließt in die umfangreichen Vorbereitungen. Baureferentin Ehbauer erklärt: "Damit ein Baum in der Stadt wachsen kann, reicht ein Loch im Asphalt nicht." Der Boden sei oft verdichtet und ungeeignet, sodass Mitarbeiter des Tiefbaus Flächen entsiegeln, Erde austauschen und Standorte vorbereiten müssen.
Landschaftsarchitekt Markus Schäf unterstreicht die Bedeutung des sogenannten Baumquartiers – des unterirdischen Wurzelraums. Ein Straßenbaum benötigt etwa 32 Kubikmeter Platz, was dem Fassungsvermögen eines Schiffscontainers entspricht. Unter dem schmalen Pflanzstreifen an der Oberfläche liegt ein spezieller, verdichtbarer Kiesboden mit angepasster Körnung, um Luft und Wasser an die Wurzeln gelangen zu lassen.
Robuste Baumarten für das Stadtklima
Die Wahl der Baumart ist entscheidend für den langfristigen Erfolg. In München bestehen Straßenbäume zu über 80 Prozent aus Linde und Spitzahorn, die jedoch schlecht mit den Folgen des Klimawandels zurechtkommen. Daher setzt die Stadt verstärkt auf robustere Arten wie den Feldahorn. Diese Bäume haben eine raue Rinde, sind weniger anfällig für Sonnenbrand und tragen kleinere Blätter, über die weniger Wasser verdunstet.
Die nun gepflanzten Feldahorne sollen einmal bis zu 15 Meter hoch werden und im besten Fall viele Jahrzehnte Schatten spenden. Bürgermeister Dominik Krause betont: "Wir kommen gut voran." Im vergangenen Jahr wurden bereits 1400 Bäume gepflanzt, in diesem Jahr sollen 800 weitere dazukommen. Die Bäume würden maßgeblich zur Kühlung der Straßen beitragen und gleichzeitig das Stadtbild aufwerten.



