Befreiter Buckelwal in der Ostsee: Die Suche nach dem Meeressäuger geht weiter
Nach der überraschenden Selbstbefreiung eines Buckelwals von einer Sandbank vor Timmendorfer Strand setzen Umweltschützer und Einsatzkräfte der Wasserschutzpolizei ihre Suche nach dem Tier fort. Gerettet ist der junge Wal bisher nicht – sicher wird er erst sein, wenn er den Weg zurück in den Atlantik gefunden hat. Die Rettungsaktion hat sich zu einer anhaltenden Herausforderung entwickelt, bei der Experten den Gesundheitszustand des Wals und die schwierigen Bedingungen in der Ostsee im Blick behalten.
Intensive Suche mit Booten und Koordination
Seit dem frühen Morgen nach der Befreiung fährt ein Boot der Wasserschutzpolizei die Küste ab, um nach dem Buckelwal zu suchen. Zusätzlich unterstützt das Polizeiboot „Walfisch“ indirekt durch Routine-Streifen zwischen Warnmünde und Kühlungsborn. Drohnen werden aktuell nicht eingesetzt, wie ein Sprecher der Polizei bestätigte. Die Organisation Greenpeace war am Samstag mit zwei Booten an der Suche beteiligt, während Sea Shepherd an diesem Tag keine eigenen Boote im Einsatz hatte.
Eine mögliche Sichtung des Wals wurde in der Ostsee bei Wismar gemeldet, ist jedoch noch nicht bestätigt. Diana Meyen, Sprecherin des Deutschen Meeresmuseums in Stralsund, und Claus Tantzen vom Schweriner Umweltministerium betonten, dass Privatleute das Tier durch „Whale-Watching“ nicht weiter stressen sollten. Wal-Sichtungen können über die Homepage des Meeresmuseums oder eine spezielle Telefonnummer gemeldet werden.
Herausforderungen und Sorge um den Wal
Der Buckelwal, der am Montagmorgen auf der Sandbank entdeckt wurde, hatte sich in der Nacht durch eine per Bagger ausgegrabene Rinne selbst befreit. Experten machen sich nun Sorgen um sein Wohlergehen, da das Tier nach der Befreiung in Küstennähe schwamm und zeitweise in flacheres Wasser geriet. Es wurde vor Warnkenhagen in Nordwestmecklenburg gesichtet, wo Mitglieder von Sea Shepherd und Greenpeace es mit Schlauchbooten begleiteten, die Beobachtung jedoch nach mehreren Stunden beendeten.
Die Suche wird durch Regen und Wolken erschwert, und ein Sender konnte aufgrund der erkrankten Haut des Wals nicht angebracht werden, wie eine Expertin vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) erklärte. Sobald das Suchteam den Wal findet, wollen die Helfer über weitere Schritte entscheiden, um ihn in tieferes Wasser der Ostsee zu drängen und ihm den Weg in den Atlantik zu ebnen.
Hintergründe und Expertenmeinungen
Großwale wie Buckelwale sind in der Ostsee nicht heimisch, und ihr Auftauchen vor Timmendorfer Strand bleibt unklar. Experten vermuten, dass sie auf der Suche nach Nahrung Fischschwärmen folgen oder durch Unterwasserlärm beeinflusst werden können. Der Weg zurück in den Atlantik ist lang und schwierig, was die Dringlichkeit der Suche unterstreicht. Die Rettungsbemühungen zeigen das Engagement für den Tierschutz und die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Behörden und Umweltschutzorganisationen.
Insgesamt bleibt die Situation angespannt, während die Suche nach dem befreiten Buckelwal weitergeht und die Hoffnung auf eine sichere Rückkehr in den Ozean wächst.



