Österreichische Firma im Zentrum von Tiertransport-Skandal mit 2900 Rindern
Österreichische Firma hinter Tiertransport-Skandal mit 2900 Rindern

Österreichische Firma im Zentrum von Tiertransport-Skandal

Ein grausamer Tiertransport mit rund 2900 Rindern über den Atlantik hat weltweit für Entsetzen gesorgt. Recherchen der ORF-Sendung ZIB2 zeigen nun, dass hinter diesem Skandal ein österreichisches Unternehmen steckt. Die Agro Breeding GmbH organisierte den Transport der Tiere von Uruguay in die Türkei im Herbst 2025.

Verzögerung mit tödlichen Konsequenzen

Ursprünglich sollte der mehr als 50 Jahre alte Frachter „Spiridon II“ bereits im Juli 2025 ablegen. Tatsächlich wurden die Tiere jedoch erst am 20. September verladen. Diese massive Verzögerung hatte fatale Folgen: Viele der 1700 Holstein-Kühe waren bei Abfahrt bereits hochträchtig. Während der mehrwöchigen Überfahrt kamen etwa 140 Kälber unter widerlichen Bedingungen zur Welt, von denen viele nicht überlebten.

Nur etwa 50 Kälber konnten nach Ankunft gezählt werden, während rund 90 als verschwunden gelten. Tierschützer vermuten, dass tote Tiere einfach im Meer entsorgt wurden. Videos aus dem Inneren des Schiffs zeigen das ganze Ausmaß des Leidens: Rinder stehen dicht gedrängt in Schlamm und Gülle, zwischen toten Artgenossen, viele wirken apathisch und völlig entkräftet.

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Wochenlange Blockade im türkischen Hafen

Nach der Ankunft in der Türkei spitzte sich die Situation weiter zu. Die Behörden verweigerten das Entladen der Tiere, weil 469 Rinder keine gültige Importzulassung besaßen. Das Schiff saß daraufhin 22 Tage im Hafen von Bandirma fest, während die Tiere weiter unter den katastrophalen Bedingungen an Bord ausharren mussten.

Die türkischen Importeure erheben schwere Vorwürfe gegen die österreichische Firma. Sie geben an, im Voraus rund zwei Millionen Dollar für die Rinder bezahlt zu haben und werfen dem Unternehmen vor, nicht zugelassene Tiere verladen zu haben. Zudem soll vor Abfahrt keine vollständige Liste der transportierten Rinder übermittelt worden sein.

Gegenseitige Beschuldigungen und mysteriöses Verschwinden

Die Agro Breeding GmbH weist alle Anschuldigungen zurück. In einer Stellungnahme erklärt das Unternehmen, alle Dokumente seien korrekt gewesen und Verzögerungen nicht selbst verschuldet. Die türkischen Käufer hätten durch rechtliche Schritte im Hafen die Situation zusätzlich verschärft. Das Unternehmen betont zudem, die Käufer seien bereits bei der Verladung in Uruguay anwesend gewesen und hätten keine Beanstandungen geäußert.

Nach der wochenlangen Blockade musste die „Spiridon II“ den türkischen Hafen wieder verlassen und schien zunächst auf dem Rückweg nach Uruguay zu sein. Doch dann verschwand das Schiff plötzlich vom Radar, um wenig später in Libyen wieder aufzutauchen. Dort sollen die überlebenden Rinder schließlich verkauft worden sein.

Der Fall wirft ernste Fragen über die Kontrolle internationaler Tiertransporte auf und zeigt die dringende Notwendigkeit strengerer Regularien zum Schutz der Tiere während solcher Transporte.

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