Heimliche Aufnahmen lösen Tierschutzdebatte in Brandenburg aus
Die Tierrechtsorganisation Animals Rights Watch (ARIWA) hat schwere Vorwürfe der Tierquälerei gegen einen Entenmastbetrieb im Osten Brandenburgs erhoben und Strafanzeige erstattet. Die Organisation stützt sich dabei auf Videomaterial, das mit versteckten Kameras aufgenommen wurde und nach ihrer Darstellung systematische Misshandlungen der Tiere dokumentieren soll.
Konkrete Vorwürfe und widersprüchliche Darstellungen
Laut ARIWA zeigen die Aufnahmen, dass Enten beim Verladen getreten, geworfen und an einem Flügel hochgezerrt worden seien. Die Organisation spricht von "systematischer Misshandlung" der Tiere und bezieht sich dabei auf Szenen, in denen Tiere nach dem Werfen nicht direkt wieder aufstehen könnten.
Die Brandenburger Landestierschutzbeauftragte Anne Zinke äußerte sich gegenüber dem RBB zu den Vorwürfen: "Aus meiner Sicht sind da ganz klar Tierschutzverstöße zu sehen, weil Tiere zum Teil geworfen werden, dann nicht direkt wieder aufstehen. Also sie haben offensichtlich Schmerzen oder leiden."
Betrieb weist Vorwürfe entschieden zurück
Der Anwalt des betroffenen Mastbetriebs widersprach den Vorwürfen deutlich. Auf den gesichteten Videoaufnahmen seien keine strafbaren oder ordnungswidrigen Tierschutzverletzungen festgestellt worden. Es handele sich bei den gezeigten Tieren um männliche Flugenten, deren besonders kräftige Flügel dazu bestimmt seien, den gesamten Rumpf schmerzfrei zu tragen.
Zum konkreten Vorwurf des Anhebens von Tieren an Flügeln erklärte der Anwalt: "Soweit das zu erkennen ist, werden die davon betroffenen Tiere stets am starken und von der Flugmuskulatur umgebenen Oberarmknochen erfasst und gehalten und zeigen daher auch keinerlei Anzeichen dafür, dass dies für sie schmerzhaft oder leidvoll sein könnte."
Bereits frühere Vorwürfe und aktuelle Entwicklungen
Bereits im Jahr 2023 hatte sich die Organisation Animals Rights Watch gegen denselben Betrieb gewandt und ihm damals bereits Tierschutzverstöße vorgeworfen. Nach Angaben des Betriebsanwalts sei ein daraufhin eingeleitetes Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft inzwischen eingestellt worden.
Der Betrieb habe dennoch einen Katalog zusätzlicher Maßnahmen erstellt, "die die Ausstallungen im Interesse des Tierwohls noch weiter optimieren". Die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) konnte einen Eingang der aktuellen Strafanzeige bislang nicht bestätigen.
Die unterschiedlichen Interpretationen der Videoaufnahmen und die gegensätzlichen Positionen von Tierschutzorganisation und Betrieb zeigen die anhaltenden Kontroversen um die Haltungsbedingungen in der Nutztierhaltung. Während Aktivisten von klaren Verstößen sprechen, betont der Betrieb die Einhaltung gesetzlicher Standards und verweist auf die natürlichen Eigenschaften der gehaltenen Tierart.



