Keine Rettung mehr möglich: Buckelwal in Ostsee wird sterben müssen
Buckelwal in Ostsee: Keine Rettung mehr möglich

Endgültiges Aus für Rettungsversuche: Buckelwal in Ostsee wird sterben

Bei einer emotionalen Pressekonferenz in Wismar haben Tierretter, Wissenschaftler und Umweltpolitiker am Mittwochmittag eine traurige Gewissheit verkündet: Dem seit einer Woche in der Ostsee umherirrenden Buckelwal ist nicht mehr zu helfen. Alle weiteren Rettungsversuche wurden als aussichtslos und sogar als Tierquälerei eingestuft.

Experten geben den Kampf auf

Prof. Dr. Burkard Baschek, Direktor des Deutschen Meeresmuseums Stralsund, schilderte den dramatischen Zustand des Wals: „Wir geben den Kampf gerade alle eigentlich auf“, fasste ein Greenpeace-Vertreter die Stimmung zusammen. Der Wal sei deutlich geschwächt, seine Atemfrequenz am Vormittag sehr unregelmäßig und zum Teil im Abstand von mehr als vier Minuten gewesen. Die Brustflossen seien nah am Körper angelegt, und die Reaktion auf die Anwesenheit der Retter sei quasi null gewesen.

Baschek erklärte weiter: „Wir müssten ihn so massiv animieren, was aussichtslos wäre, weil er die Kraft nicht mehr hat. Und die Erfolgschancen sind so gering, dass wir das als reine Tierquälerei empfinden würden.“ Der Ansatz der maximalen Ruhe und der Respekt vor der Natur gebiete es, das Tier gehen zu lassen. Realistisch gesehen habe der Wal am Morgen seine letzte Chance gehabt, die er nicht nutzen konnte.

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Sperrzone eingerichtet für würdevollen Tod

Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) sprach von einem sehr emotionalen Tag und verkündete, dass alle Rettungsversuche eingestellt werden. Es sei eine Sperrzone eingerichtet worden, damit der Wal zur Ruhe kommen und am Ende das Zeitliche segnen könne. „Wir haben alles unternommen, um ihm seine Chance zu geben. Das ist eine einzigartige Tragödie. Die hat er sich aber so ausgesucht“, sagte Backhaus.

Der Buckelwal liegt noch immer vor der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns in flachem Wasser, konkret in der Kirchsee, einem Teil der Wismarbucht. Bereits seit Anfang März war der Wal Behördenangaben zufolge immer wieder an der Ostseeküste aufgetaucht, zunächst im Hafen von Wismar.

Ungewisse Dauer bis zum Tod

Wie lange es dauern wird, bis der Buckelwal erlöst ist, bleibt aktuell unklar. Experten gehen von mehreren Tagen bis Wochen aus. Umweltminister Backhaus betonte, dass das Tier noch ordentliche Futterreserven habe. Jetzt sei es wichtig, das Tier in Ruhe zu lassen und ihm einen würdevollen Sterbeprozess zu ermöglichen.

Die Bedingungen in der Bucht verschlechtern sich zusätzlich: Der Wasserstand werde weiter sinken, um rund 10 bis 15 Zentimeter, was das Tier nun deutlich freier liegen lässt, aber auch seine Situation nicht verbessert.

Forschung nach dem Tod

Sollte das eintreten, was Wissenschaftler, Umweltschützer und Politik erwarten und befürchten, wird der Kadaver des Wals nach Stralsund zum Deutschen Meeresmuseum gebracht. Diese Forschungseinrichtung unterhält eine Spezialabteilung für Meeressäuger. Dabei gehe es laut Backhaus ausdrücklich nicht darum, ein Skelett für das Museum zu erhalten, sondern allein darum, die Todesursache des Wals zu bestimmen.

Immer wieder hatten sich Meeresschützer in den vergangenen Tagen ein Bild vom Zustand des Wals gemacht, doch nun ist klar: Die Natur nimmt ihren Lauf, und menschliche Intervention würde nur zusätzliches Leid verursachen.

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