Gestrandeter Buckelwal in der Ostsee: Letzter Rettungsversuch mit Saugbagger gestartet
Seit Montagmorgen liegt ein Buckelwal auf einer Sandbank vor Timmendorfer Strand in der Ostsee. Alle bisherigen Bemühungen, das massive Tier zu befreien, sind gescheitert. Nun soll ein großer Saugbagger den letzten Rettungsversuch darstellen, wie Carsten Mannheimer von der Meeresschutzorganisation Sea Shepherd bestätigte.
Großgerät als letzte Hoffnung
Ein größerer Saugbagger wurde auf den Weg gebracht und soll vor Ort eine Rinne in den Sand vor dem Kopf des Wals graben. „So muss sich das Tier nicht drehen, um wegkommen zu können“, erklärte Mannheimer. Der genaue Einsatzzeitpunkt – ob noch am Mittwoch oder erst am Donnerstag – war zunächst unklar. Dieser Versuch folgt auf einen gescheiterten Einsatz mit einem kleineren Saugbagger am Dienstag, bei dem sich der Sand als zu fest erwies.
Besorgniserregender Gesundheitszustand
Am Mittwoch war das regelmäßige Brummen des Wals nicht mehr zu hören, und Experten berichteten von Hautveränderungen. Das Deutsche Meeresmuseum äußerte sich pessimistisch: „Der Gesundheitszustand des Wals ist besorgniserregend, sowohl seine Haut als auch den Allgemeinzustand betreffend“. Die Überlebenschancen werden als gering eingeschätzt.
Größer als erwartet: Herausfordernde Rettung
Messungen ergaben, dass der Buckelwal größer ist als zunächst angenommen. Joseph Schnitzler vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) schätzt die Länge auf 12 bis 15 Meter und das Gewicht auf etwa 15 Tonnen. Bei einem so massiven Tier gestaltet sich die Rettung besonders schwierig, zumal die Ostsee – anders als die Nordsee – keine deutliche Tide aufweist, die den Wal in tieferes Wasser spülen könnte.
Bisherige Rettungsversuche gescheitert
Der Wal wurde Montagmorgen entdeckt. Neben dem fehlgeschlagenen Saugbagger-Einsatz scheiterten auch andere Methoden:
- Versuche, den Wal in Richtung tieferer Fahrrinne zu drehen, brachten keine Befreiung.
- Polizeiboote erzeugten Wellen, um den Wal freischwimmen zu lassen, doch ohne Erfolg.
- Die Hoffnung auf ein Freischwimmen mit dem Hochwasser in der Nacht zu Dienstag erfüllte sich nicht.
Um den Wal nicht weiter zu stressen, wurden die Versuche zunächst abgebrochen.
Szenario vor Ort
Etwa hundert Meter vor der Seebrücke, neben der der Wal gestrandet ist, stehen Absperrungen und Polizei. Bei stürmischem, eiskaltem und regnerischem Wetter sind nur wenige Schaulustige zu sehen. Der Wal atmet etwa jede Minute, wobei eine kleine Fontaine von seinem Kopf spritzt. Sein Rücken ragt aus dem Wasser, und gelegentlich lassen sich Seevögel nieder, die ihm etwas vom Rücken picken.
Hintergrund: Buckelwale
Buckelwale können nach Expertenangaben bis zu etwa 30 Tonnen wiegen und eine Lebenserwartung von bis zu 90 Jahren erreichen. Kennzeichnend sind die langen Brustflossen, genannt Flipper, die ein Drittel der Körperlänge ausmachen. Die aktuelle Strandung unterstreicht die Herausforderungen im Schutz dieser majestätischen Meeressäuger.



