Buckelwal vor Wismar in Not: Dritte Rettungsaktion droht nach erneutem Feststecken
Buckelwal vor Wismar: Dritte Rettung droht

Dritte Rettungsaktion für verirrten Buckelwal in der Ostsee droht

Die Situation um den in der Ostsee verirrten Buckelwal spitzt sich weiter zu. Nachdem das Meeressäugetier bereits zweimal festgesessen hatte und befreit werden konnte, droht nun eine dritte Rettungsaktion. Der Wal liegt derzeit nur wenige hundert Meter vor der Küste Wismars in der Wismarbucht und entfernt sich damit immer weiter von der rettenden Route Richtung Nordsee und Atlantik.

Extrem geschwächt und mit angegriffener Haut

Der Greenpeace-Meeresbiologe Thilo Maack beschreibt den Zustand des Wals als äußerst kritisch. "Der Wal muss jetzt sehr schnell frei kommen, damit er überhaupt noch eine Chance hat", betont Maack. Das Tier sei stark geschwächt und seine Haut "extrem angegriffen". Die tiefe Fahrwasserrinne, die den Weg in sicherere Gewässer bieten könnte, liegt zwar in der Nähe, doch der geschwächte Zustand des Wals macht die Situation besonders prekär.

Einsatzkräfte bereiten Rettung vor

Ein Team aus Expertinnen und Experten von Greenpeace, dem Deutschen Meeresmuseum und dem Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung plant, mit einem Schlauchboot zum Wal zu fahren. Geplant sind verschiedene Maßnahmen, darunter das Geben von Impulsen, um das Tier in die richtige Richtung zu lenken. Auch Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) will sich vor Ort ein Bild von der Lage machen.

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Ein Sprecher des Ministeriums erklärt: "Entscheidend ist erst mal zu schauen, wie die Lage des Tieres ist". Die genaue Position des Wals wird vor Redentin im Stadtteil Wismar-Nord vermutet, nur etwa 800 Meter von seiner vorherigen Position entfernt.

Langer Leidensweg des Meeressäugers

Das Drama um den 12 bis 15 Meter langen Buckelwal begann bereits am 23. März, als das Tier zunächst vor Timmendorfer Strand auf einer Sandbank strandete. Nach tagelangen Rettungsbemühungen und der Aushebung einer Rinne mit einem Bagger konnte sich der Wal in der Nacht zum Freitag überraschend selbst befreien. Doch die Erleichterung währte nur kurz:

  • Zunächst strandete der Wal erneut vor Wismar
  • Nach einer zweiten Befreiung schwamm er in die falsche Richtung
  • Statt nordwestlich aus der Bucht zu schwimmen, bog er in die entgegengesetzte Richtung ab
  • Damit entfernt er sich immer weiter vom Atlantik

Ursachen für die Verirrung unklar

Warum sich der Buckelwal überhaupt in die Ostsee verirrt hat, bleibt bislang ungeklärt. Experten vermuten verschiedene Möglichkeiten:

  1. Die Tiere können auf der Suche nach Nahrung Fischschwärmen folgen und dabei in für sie ungewöhnliche Gewässer wie die Ostsee geraten
  2. Unterwasserlärm könnte eine Rolle bei der Desorientierung spielen
  3. Großwale sind in der Ostsee eigentlich nicht heimisch, was die Situation besonders ungewöhnlich macht

Seit Tagen verfolgen viele Menschen besorgt das Schicksal des Wals. Die bevorstehende dritte Rettungsaktion zeigt, wie komplex und schwierig solche Einsätze sind, besonders wenn das Tier bereits geschwächt ist. Die Einsatzkräfte stehen unter Zeitdruck, dem Meeressäuger doch noch den Weg in sichere Gewässer zu ermöglichen.

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