Völler fordert Nachlegen: Nagelsmann will mit WM-Gefühl gegen Ghana nachlegen
Völler fordert Nachlegen: Nagelsmann will WM-Gefühl gegen Ghana

Völler fordert Nachlegen: Nagelsmann will mit WM-Gefühl gegen Ghana nachlegen

Julian Nagelsmann könnte sich bestätigt fühlen. Nach dem beeindruckenden Vier-Tore-Erfolg in der Schweiz soll nun gegen Ghana das nächste starke Statement folgen. Der Bundestrainer plant, mit einem echten Hochgefühl Richtung Weltmeisterschaft in Amerika abzuheben.

Wiederholung auf Knopfdruck erwünscht

Nagelsmann würde am liebsten einfach die Repeat-Taste drücken. Noch einmal dieser Fußball-Wirbel von Florian Wirtz. Noch einmal dieser kraftvolle Offensivfußball wie beim überzeugenden Auftritt in Basel. Und dann mit ausgezeichneter Laune sowie einer gefestigten Siegermentalität direkt Richtung WM in Amerika durchstarten.

„Ich wünsche mir für uns, dass wir gute Spiele machen, erfolgreiche Spiele machen und damit am Montag gern weitermachen können“, erklärte der Bundestrainer vor der anspruchsvollen Kraftprobe gegen die nach einer 1:5-Niederlage in Österreich deutlich angeschlagen angereisten Afrikaner.

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Völler als Stimmungsbarometer der Nationalelf

Eine solche Wiederholung auf Knopfdruck wäre auch ganz nach dem Geschmack von Sportdirektor Rudi Völler, der genau weiß, wie wichtig jetzt ein positives Signal der Nationalmannschaft für den finalen WM-Countdown wäre. Echte Aufbruchstimmung und ungetrübte WM-Vorfreude – davon kann es in der aktuellen Phase gar nicht genug geben.

Diese positive Grundstimmung wirkt wie ein wirksames Gegenmittel gegen die teils toxischen Zweifel an der Titelfähigkeit des viermaligen Weltmeisters. „Nach vorne war es sehr ansehnlich. Wir haben sehr gut kombiniert. Am Montag wollen wir nachlegen“, forderte der 65-jährige Völler als bewährter Seismograph für Stimmungsschwankungen innerhalb der DFB-Elf.

Letzter Test vor Kadernominierung

Das Ghana-Spiel markiert den absolut letzten Test vor der offiziellen Kadernominierung am 12. Mai. Und komplett frei von Baustellen ist die DFB-Auswahl natürlich nicht. Die beeindruckende Offensivkraft um den überragenden Doppeltorschützen Florian Wirtz beim 4:3 in Basel half Nagelsmann enorm, die eklatanten Abwehrfehler als individuelle Mängel relativieren zu können.

Es darf keine elf Wochen vor dem Turnier-Anpfiff gegen den großen Außenseiter Curaçao wieder groß gedacht werden. „Wir haben eine sehr gute Mannschaft. Wir sind eine große Nation, die sich vor niemandem kleinmachen muss“, betonte Wirtz nach seinem Weltklasse-Auftritt in der Schweiz.

Stuttgart als besonderer Schauplatz

Doch zunächst heißt es Stuttgart, Ende März mit unbeständigem Aprilwetter und Graupelschauern. Dieser Ort ist für Nagelsmann mit zwei besonders schmerzhaften Erinnerungen verbunden. Dort endete 2024 im Viertelfinale gegen Spanien beim 1:2 nach Verlängerung der Traum vom Titel bei der Heim-EM auf dramatische Weise.

Elf Monate später demonstrierte dann Frankreich beim 0:2 im Spiel um Platz drei der Nations League eindrucksvoll, dass die internationale Fußball-Weltspitze weiterhin enteilt ist. Einen regelrechten Demotivations-Hattrick im Ländle will Nagelsmann nun unbedingt vermeiden.

Personelle Entscheidungen und Fitnessfragen

„Einspielen“ hat der Bundestrainer schon als prägnantes Einwort-Motto für seinen WM-Kader im März ausgegeben. Daher kann man mit großer Sicherheit davon ausgehen, dass er – Fitness vorausgesetzt – nur minimal an seiner Schweizer Sieger-Elf herumdoktern wird.

Auch die in Basel indisponierten Leroy Sané und Nico Schlotterbeck, für die Debütant Lennart Karl und Routinier Antonio Rüdiger als Backups mit sehr unterschiedlicher Länderspiel-Historie bereitstehen, bekamen vom Bundestrainer bereits das klare Signal für einen Ghana-Einsatz.

Havertz auf dem Weg zurück

Ob auch Kai Havertz nach seiner langen Verletzungsauszeit bereits wieder voll einsatzbereit ist, wird sich zeigen müssen. Beim speziellen Reha-Training in Freiburg auf der Weiterreise von Basel nach Stuttgart humpelte der Angreifer des FC Arsenal noch deutlich sichtbar aus dem Teambus.

„Er hat sechs, sieben sehr gefährliche Situationen. Und ja, er muss gesund sein und zu einer guten Fitness finden. Dann ist das für uns auf dem Niveau wie Florian Wirtz oder wie Jamal Musiala“, analysierte Nagelsmann die Situation um Havertz differenziert.

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Ghana als ernstzunehmender Gegner

Ghana als direkter Gegner soll trotz der hohen 1:5-Niederlage in Wien keinesfalls unterschätzt werden. Neunmal wechselte deren Trainer Otto Addo, aus Bundesliga-Zeiten bei Borussia Dortmund bestens bekannt, gegen Österreich die komplette Aufstellung.

Jonathan Tah, der den Afrika-Cup zu Jahresbeginn besonders intensiv verfolgt hatte, warnte nachdrücklich: „Der afrikanische Fußball ist ein bisschen anders. Sehr intensiv, sehr viele Zweikämpfe, gute Eins-gegen-eins-Spieler. Wir werden da gefordert sein“, sagte der Bayern-Verteidiger nach seiner DFB-Torpremiere gegen die Schweiz.

Strategische Vorbereitung auf WM-Gegner

Ghana hatte Nagelsmann ganz bewusst ausgewählt, nachdem ein geplantes Duell mit der Elfenbeinküste nach der offiziellen WM-Auslosung obsolet geworden war. Nun soll der viermalige Afrika-Champion als praktische Blaupause für genau diese Elfenbeinküste dienen, die am 20. Juni in Toronto der zweite deutsche Turnier-Gegner sein wird.

Der komplette Stab um Nagelsmann beobachtet die aktuellen Leistungen aller WM-Kontrahenten mit größter Aufmerksamkeit. Während Curaçao gegen China mit 0:2 verlor und das hochgelobte Ecuador kurz vor Schluss den 1:1-Ausgleich gegen Marokko kassierte, gelang der Elfenbeinküste beim 4:0 gegen Südkorea ebenfalls ein beeindruckendes Offensivstatement – sogar komplett ohne Gegentor.