Seltenes Gaur-Kälbchen im Berliner Zoo geboren - Größtes Wildrind der Welt
Gaur-Kälbchen im Berliner Zoo geboren - Größtes Wildrind

Seltenes Gaur-Kälbchen erblickt im Berliner Zoo das Licht der Welt

Nach mehreren Jahren ohne Nachwuchs hat der Berliner Zoo einen bedeutenden Zuchterfolg zu vermelden: Am 26. Januar wurde ein gesundes Gaur-Kälbchen geboren. Das Jungtier mit dem Namen Grisu ist inzwischen rund einen Monat alt und hat sich prächtig entwickelt. Zooparkdirektor Andreas Knieriem teilte mit, dass der kleine Gaur in dieser Woche erstmals gemeinsam mit seiner Mutter die Außenanlage erkunden konnte.

Das größte Wildrind der Welt

Der Gaur gilt als das größte Wildrind der Welt. Ausgewachsene Bullen können ein beeindruckendes Gewicht von bis zu einer Tonne erreichen. Die markanten Hörner, die bei dem neugeborenen Grisu bisher nur zu erahnen sind, können eine Länge von bis zu 90 Zentimetern erreichen. Das Fell des Kälbchens wird vom Zoo als „cappuccinofarben“ beschrieben. Ab etwa dem dritten Lebensmonat verfärbt es sich in das charakteristische Dunkelbraun erwachsener Tiere.

Familienhintergrund und Bedeutung der Geburt

Vater des Jungtiers ist der sechsjährige Mazlik, der aus einem indischen Zoo stammt. Mutter Gretel ist sieben Jahre alt und eine „gebürtige Berlinerin“. Sie kam bereits im Jahr 2018 in der Hauptstadt zur Welt und war bis jetzt der letzte in Berlin geborene Nachwuchs dieser seltenen Art. Die Geburt von Grisu markiert somit einen wichtigen Meilenstein für den Zoo.

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Biologin Jennifer Hahn, die diese Tierart im Auftrag des Europäischen Zooverbands (EAZA) überwacht, betont die besondere Bedeutung jedes Jungtiers: „Jedes Jungtier ist von besonderer Bedeutung für die Stabilität der europäischen Population.“ Europaweit halten nur acht Zoos diese imposanten Wildrinder, was die Zuchtbemühungen umso wertvoller macht.

Bedrohung und Artenschutz

In ihrer süd- und südostasiatischen Heimat sind Gaur durch Lebensraumverlust und intensive Jagd stark gefährdet. Die Population in freier Wildbahn ist auf weniger als 20.000 Tiere geschrumpft. In Ländern wie Bangladesch und Sri Lanka gelten die Wildrinder bereits als ausgestorben. Die erfolgreiche Nachzucht in Zoos spielt daher eine entscheidende Rolle für den langfristigen Erhalt dieser beeindruckenden Spezies.

Der Berliner Zoo leistet mit der Geburt von Grisu einen wertvollen Beitrag zum Artenschutz und zur Bewahrung der biologischen Vielfalt. Besucher können das heranwachsende Kälbchen nun bei seinen ersten Schritten in der Außenanlage beobachten und sich von der Majestät der größten Wildrinder der Welt beeindrucken lassen.

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