Genetische Veranlagung: Diese Hunderassen kennen keine natürliche Sättigung
Für zahlreiche Hunde in Deutschland gibt es beim Fressen kein Halten mehr. Bestimmte Rassen wie Labrador, Beagle oder Mops wirken nicht nur wie lebendige Staubsauger – sie würden tatsächlich fressen, bis sie platzen, wie die erfahrene Hundetrainerin Katharina Marioth in einem aktuellen Fachbeitrag erläutert.
Das Problem der fehlenden Fressbremse
Viele Hunde in Deutschland leiden unter Übergewicht. Ein wesentlicher Grund dafür: Manche Tiere scheinen einfach nicht satt werden zu können. Hundetrainerin Katharina Marioth erklärt den biologischen Hintergrund: Einige Rassen besitzen tatsächlich keine natürliche „Fressbremse“. Das bedeutet konkret, dass das Sättigungsgefühl bei diesen Tieren nicht richtig einsetzt.
Diese Hunde würden kontinuierlich weiterfressen, wenn man sie ließe. Im Extremfall so lange, bis sie sich übergeben müssen – und danach direkt mit dem Fressen fortfahren würden. Hier ist der Mensch als Halter gefragt. Denn die Kontrolle über die Futtermenge ist bei diesen Rassen keine bloße Option, sondern eine verantwortungsvolle Pflicht.
Warum besonders Labrador, Beagle und Mops betroffen sind
Vor allem die Rassen Labrador, Beagle und Mops gelten als besonders verfressen. Eine eindeutige wissenschaftliche Erklärung für dieses Phänomen existiert bislang nicht vollständig. Marioth vermutet daher, dass die fehlende natürliche Fressbremse eher ein unbeabsichtigtes Nebenprodukt der jahrzehntelangen Zucht darstellt – und kein gezieltes Zuchtziel war.
Die stark ausgeprägte Futterlust dieser Tiere zeigt sich besonders deutlich im alltäglichen Zusammenleben. Ein unbeobachteter Moment genügt, und schon sind Äpfel mitsamt ihrer Verpackung verschwunden. Mülleimer werden systematisch geplündert, Küchen akribisch durchsucht. Viele dieser Hunde lernen sehr schnell: Die Suche nach Futter lohnt sich immer.
Mögliche Ursachen und praktische Konsequenzen
Neben der genetischen Veranlagung kann auch Stress zu übermäßigem Fressverhalten führen. Eines steht jedoch fest: Wer einen Labrador oder ähnlich veranlagte Hunde hält, lebt oft automatisch ordentlicher und aufgeräumter, um Futterfallen zu vermeiden.
So anstrengend dieses Verhalten für Halter sein mag – im Training kann eine starke Futter-Motivation echter Goldwert sein. Ein Hund, der für ein Leckerli nahezu alles tut, lässt sich deutlich leichter lenken und erziehen. Im optimalen Fall ist das Trainings-Leckerli für den Hund sogar spannender als die Ablenkung durch ein Reh im Wald.
Verantwortungsvoller Umgang ist entscheidend
Am Ende bleibt festzuhalten: Manche Hunde lieben Futter einfach mehr als andere. Doch mit klaren Regeln, konsequenter Disziplin und verantwortungsbewusster Portionskontrolle lässt sich dieses Verhalten erfolgreich steuern. Denn was für den Hund wie ein permanentes Dauerbuffet erscheinen mag, stellt in Wirklichkeit vor allem ein ernstzunehmendes Gesundheitsrisiko dar, das Übergewicht und damit verbundene Erkrankungen begünstigen kann.



