Leipziger Tierpfleger Jörg Gräser: Tiere als Vorbild für mehr Naturnähe
Jörg Gräser: Tiere haben dem Menschen viel voraus

Leipziger Tierpfleger Jörg Gräser plädiert für Rückkehr zur Natur

Der Leipziger Tierpfleger Jörg Gräser, einem breiten Publikum durch die MDR-Sendung Elefant, Tiger und Co. bekannt, äußert sich besorgt über die zunehmende Entfremdung des Menschen von der natürlichen Umwelt. In einem Gastbeitrag für die Serie 50 Visionen für Leipzig der Leipziger Volkszeitung betont er, dass wir uns immer weiter von Tieren, Pflanzen und der Natur insgesamt abkapseln würden. Gräser wünscht sich stattdessen, dass die Menschen wieder bewusster auf die Natur zugehen.

Einfache Schritte für mehr Naturnähe in der Stadt

Für seine Heimatstadt Leipzig hat der Tierpfleger konkrete Vorschläge: Jeder Balkon sollte ein Bienenhotel beherbergen und es müssten mehr Brutmöglichkeiten für Wildvögel geschaffen werden. Besonders in Schrebergärten regt er ein Umdenken an. Sein Rat lautet: Ruhig mal eine Ecke stehen lassen. Unkontrolliert wachsende Brennnesseln oder Totholzbereiche bieten laut Gräser wertvolle Rückzugsorte für zahlreiche Insektenarten. Schon ein einfacher Spaziergang mit offenen Augen durch den Wald könne ein Umdenken bewirken.

Was Menschen von Tieren lernen können

Aus vier Jahrzehnten Berufserfahrung im Leipziger Zoo zieht Jörg Gräser eine klare Schlussfolgerung: Tiere haben dem Menschen in vielerlei Hinsicht etwas voraus. Ihre schnelle Auffassungsgabe sei beeindruckend, da Tiere oft schneller begreifen als Menschen. Diese Fähigkeit sei überlebensnotwendig, da viele Tierarten nur wenige Stunden benötigen, um selbstständig zu werden, während menschliche Nachkommen Jahre der Fürsorge brauchen. Gräser reflektiert sogar, dass die Kommunikation von Mensch zu Tier manchmal einfacher erscheine als zwischen Menschen, was er auf zunehmende Vereinsamung in der Gesellschaft zurückführt.

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Vom Löwenpfleger zum Multitalent

Jörg Gräser wurde als Löwenpfleger durch die MDR-Show Elefant, Tiger & Co. bekannt, in der er über 20 Jahre mitwirkte. 2023 wurde er innerhalb des Zoos in den Südamerika-Bereich versetzt, was eine Protestwelle auslöste. Kurz darauf stieg er auf eigenen Wunsch aus der Sendung aus. Heute ist er nicht nur als Tierpfleger aktiv, sondern hat auch das Buch Gräsers Tiergeschichten veröffentlicht, ging damit auf Lesereise und teilt als Bastel-Jörg in sozialen Medien Einblicke in sein Privatleben. Trotz der Herausforderungen im zwischenmenschlichen Bereich erinnert er sich an viele positive Begegnungen mit Fans.

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