Tierschützer bilden Menschenkette für gestrandeten Buckelwal vor Insel Poel
Menschenkette für gestrandeten Wal vor Insel Poel

Tierschützer geben Hoffnung für gestrandeten Buckelwal nicht auf

Vor der Küste der Insel Poel in Mecklenburg-Vorpommern hat sich eine bewegende Szene abgespielt: Während offizielle Stellen die Rettungsversuche für einen erneut gestrandeten Buckelwal eingestellt haben, formierten sich engagierte Tierschützer zu einer Demonstration. Die Privat-Initiative Save the Ocean rief am Donnerstag, dem 2. April, zu einer Menschenkette auf, um dem Meeressäuger, der von einigen Medien auf den Namen Timmy oder Hope getauft wurde, eine letzte Chance zu geben.

Offizielle Rettungsversuche wurden eingestellt

Bereits am Mittwoch hatten die verantwortlichen Behörden und Experten die Bemühungen um den Wal in der Kirchsee-Bucht vor Poel offiziell beendet. Burkard Baschek, wissenschaftlicher Direktor des Deutschen Meeresmuseums, äußerte sich deutlich: „Wir gehen fest davon aus, dass das Tier dort verstirbt.“ Auch Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) betonte, dass alle möglichen Maßnahmen ergriffen worden seien und das Tier nun an seinem Liegeplatz in Ruhe gelassen werden solle. „Wir haben alles unternommen, um ihm seine Chance zu geben. Das ist eine einzigartige Tragödie“, so der Minister.

Privat-Initiative organisiert Demonstration

Doch nicht alle wollten sich mit diesem Urteil abfinden. Die 2016 gegründete Initiative Save the Ocean, die sich weltweit gegen das Leid von Meerestieren einsetzt, meldete für Donnerstag eine Demonstration mit bis zu 500 Teilnehmern an. Auf ihrer Facebook-Seite veröffentlichten die Aktivisten ein Plakat mit dem emotionalen Aufruf: „Die letzte Chance, den Buckelwal Hope zu retten.“ Die Aktion sollte von 11 bis 16 Uhr auf der Insel Poel stattfinden, wie der Landkreis Nordwestmecklenburg bestätigte.

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Gemischte Resonanz und kontroverse Diskussionen

Die tatsächliche Beteiligung an der Demonstration blieb jedoch hinter den Erwartungen zurück. Laut der Ostsee-Zeitung hatten sich zu Beginn der Aktion erst knapp 50 Personen versammelt. Parallel entbrannte in den sozialen Medien eine hitzige Debatte über Sinn und Unsinn der Protestaktion. Während einige Nutzer die Bemühungen der Tierschützer lobten und bedauerten, nicht persönlich teilnehmen zu können, äußerten andere Kritik. Eine Kommentatorin schrieb: „Leider ist der Wal nicht mehr zu retten. Und ich finde es unangemessen dort eine Demo zu starten. Soll das arme Tier doch wenigstens Ruhe haben auf seinem letzten Weg.“

Polizei sichert das Gebiet ab

Während der Demonstration sperrte die Polizei den Zugang zum Uferbereich ab, wo der Buckelwal weiterhin auf einer Sandbank lag. Die Beamten sorgten dafür, dass die Aktivitäten geordnet verliefen und das Tier nicht zusätzlichem Stress ausgesetzt wurde. Die Initiative Save the Ocean forderte zudem die Unterstützung des Biologen Robert Marc Lehmann, der zu Beginn der Rettungsversuche beteiligt war, aber nach eigenen Angaben von weiteren Maßnahmen ausgeschlossen worden sein soll. Umweltminister Backhaus wies diese Vorwürfe jedoch zurück.

Ein symbolischer Akt mit weitreichender Bedeutung

Obwohl die Demonstration möglicherweise keine unmittelbare Rettung für den Buckelwal bringen konnte, symbolisiert sie den anhaltenden Kampf von Tierschützern für den Schutz mariner Lebewesen. Ein Facebook-Nutzer brachte es auf den Punkt: „Die Demo hätte eher kommen müssen. Dann lieber gegen die Stellnetze und für ein Wal-Rettungskid demonstrieren.“ Die Aktion auf Poel zeigt, wie sehr das Schicksal einzelner Tiere die Öffentlichkeit bewegt und zu kontroversen Diskussionen über Artenschutz und menschliches Eingreifen in die Natur führt.

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