Erneuter Ausbruch der Newcastle-Krankheit in Brandenburg
Im Landkreis Dahme-Spreewald in Brandenburg ist erneut die hoch ansteckende Newcastle-Krankheit nachgewiesen worden. Nach einem ersten Ausbruch in einer gewerblichen Geflügelhaltung in Bestensee vor wenigen Tagen sind nun weitere Stallanlagen des Betriebes betroffen. Die Kreisverwaltung Dahme-Spreewald teilte mit, dass insgesamt weitere 510.000 Tiere von der Tierseuche betroffen sind.
Ausbreitung auf Kleinsthaltung
Zusätzlich wurde die Krankheit bei fünf toten Hühnern einer Kleinsttierhaltung in der Stadt Königs Wusterhausen festgestellt. Alle betroffenen Tiere sollen nun getötet werden, um eine weitere Verbreitung der Seuche zu verhindern. Der erste Ausbruch in Bestensee betraf etwa 375.000 Tiere, bei denen ein erhöhtes Sterben und ein Rückgang der Legeleistung beobachtet wurde.
Erste Fälle seit Jahrzehnten
Die beiden Ausbrüche in Brandenburg zählen zu den ersten Fällen der Newcastle-Krankheit bei Geflügel in Deutschland seit dem Jahr 1996. Zuvor hatte es bereits einen Ausbruch in einem Putenmastbestand im Landkreis Oder-Spree gegeben. Das Veterinäramt wurde unverzüglich informiert, und der betroffene Bestand ist gesperrt.
Maßnahmen und Schutzzonen
Alle erforderlichen Maßnahmen werden nun durch eine Allgemeinverfügung des Landkreises angeordnet. Dazu gehören:
- Die Tötung der infizierten Tiere
- Die Einrichtung einer Schutzzone im Radius von mindestens drei Kilometern
- Die Einrichtung einer Überwachungszone im Radius von mindestens zehn Kilometern
Das Ministerium hatte nach dem ersten Ausbruch auf die Impfpflicht gegen die Seuche hingewiesen und das Risiko eines Ausbruchs in Geflügelhaltungen als gering eingeschätzt. Die vorgeschriebene Impfung bei Hühnern und Puten gilt als bedeutsamer Schutz, auch für Hobbyhaltungen.
Gesundheitsrisiken für Menschen
Für Menschen ist das Virus der meldepflichtigen atypischen Geflügelpest ungefährlich. Bei sehr engem Kontakt mit erkrankten Tieren kann es lediglich zu Bindehautentzündungen kommen. Fast alle Vogelarten können infiziert werden, wobei das Virus in Deutschland vor allem bei wildlebenden Tauben nachgewiesen wird.
Die Newcastle-Krankheit ist eine gefährliche Tierseuche, die ganze Geflügelbestände dahinraffen kann. Die aktuellen Ausbrüche unterstreichen die Bedeutung strenger Hygienemaßnahmen und der Einhaltung der Impfpflicht in der Geflügelhaltung.



