Erster Ausbruch seit 30 Jahren: Newcastle-Krankheit grassiert in deutschen Geflügelhöfen
Newcastle-Krankheit: Erster Ausbruch seit 30 Jahren in Deutschland

Erster Ausbruch seit drei Jahrzehnten: Newcastle-Krankheit in deutschen Geflügelbetrieben

In deutschen Geflügelhöfen breitet sich derzeit die Newcastle-Krankheit aus, eine hoch ansteckende Viruserkrankung. Es handelt sich um den ersten Ausbruch dieser meldepflichtigen Tierseuche seit 30 Jahren in Deutschland. Acht Betriebe in den Bundesländern Brandenburg und Bayern sind bereits betroffen, Veterinärbehörden zeigen sich alarmiert.

Massive Auswirkungen auf Geflügelbestände

Die infizierten Vögel zeigen typische Symptome: Sie legen kaum noch Eier, entwickeln Fieber und haben mit Schleim verklebte Schnäbel. Bis Mittwochvormittag wurden bereits rund 125.000 Tiere vorsorglich getötet, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) spricht von einer erheblichen Gefährdungslage nicht nur für Geflügelbetriebe, sondern auch für andere Vogelhaltungen wie Zoos.

Besorgniserregende Entwicklung in Brandenburg und Bayern

Ende Februar hatte das FLI über den ersten Ausbruch in Brandenburg informiert. Inzwischen gibt es in diesem Bundesland einen zweiten bestätigten Fall sowie sechs weitere im bayerischen Landkreis Erding bei München. Weitere Verdachtsfälle werden derzeit geprüft. „Die Aufmerksamkeit sollte unbedingt sehr hochgehalten werden“, betonte ein FLI-Sprecher.

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Zu den empfohlenen Maßnahmen gehören:

  • Streng kontrollierter Personen- und Warenverkehr in den Betrieben
  • Pflichtimpfungen für alle Hühner und Puten
  • Maßnahmen der Früherkennung wie sofortiges Testen kranker Tiere

Internationale Ausbrüche und Unterschiede zur Vogelgrippe

Das FLI verweist auch auf eine Vielzahl von Ausbrüchen in Kleinsthaltungen und Geflügelbetrieben in Polen, Tschechien und der Slowakei. Die Newcastle-Krankheit, auch atypische Geflügelpest genannt, wird durch das Newcastle-Disease-Virus (NDV) verursacht, das prinzipiell alle Vögel infizieren kann.

Im Gegensatz zur gleichzeitig in Deutschland auftretenden hochpathogenen Vogelgrippe gibt es bislang keine Hinweise auf eine flächige Ausbreitung aggressiver NDV-Varianten in Wildvögeln. Allerdings stellt die Kombination beider Erkrankungen eine besondere Herausforderung dar.

Impfpflicht und begrenzter Schutz

Deutschland hat im Gegensatz zu den meisten anderen EU-Ländern eine Impfpflicht gegen NDV. Unabhängig von der Bestandsgröße müssen Hühner und Puten einen Impfschutz aufweisen. Allerdings können sich auch geimpfte Tiere infizieren, wenn auch mit milderen Symptomen und reduzierter Virusausscheidung.

„Geimpfte Tiere sind schwerer zu infizieren, scheiden weniger Virus aus und dies über einen kürzeren Zeitraum“, erklärt das FLI. Dennoch sei die Keulung betroffener Bestände sinnvoll, da die Schutzwirkung von Impfungen für einzelne Tiere lückenhaft sein könne.

Minimales Risiko für Menschen

Eine Infektion des Menschen mit dem Newcastle-Disease-Virus ist sehr selten, aber möglich. In der Regel bleibt sie auf eine Bindehautentzündung beschränkt. Allerdings sind einzelne tödliche Fälle bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem dokumentiert. Für die allgemeine Bevölkerung besteht jedoch keine akute Gefahr.

Das FLI betont, dass sich die Kombination von Impfung und Tötung betroffener Bestände in der Fläche als wirksam erwiesen habe, um die Erkrankung zurückzudrängen. Die aktuelle Situation erfordert jedoch erhöhte Wachsamkeit und strikte Hygienemaßnahmen in allen Geflügelhaltungen.

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