Gefährlicher Parasit breitet sich weltweit aus: Rattenlungenwurm befällt Gehirn
Ein feuchter Garten nach einem Regenschauer, der neugierige Hund, der im Gras schnüffelt – eine scheinbar harmlose Situation, die im schlimmsten Fall tödlich enden kann. Der Grund: Ein gefährlicher Parasit, der sogenannte Rattenlungenwurm, breitet sich aktuell weltweit aus und stellt eine ernste Bedrohung für Hunde und sogar Menschen dar.
Parasit auf dem Vormarsch: Klimawandel als Treiber
Der Rattenlungenwurm, wissenschaftlich Angiostrongylus cantonensis genannt, gehört zur Gruppe der Lungenwürmer. Zwar gibt es verschiedene Arten dieser Parasiten auch in Deutschland, doch der Rattenlungenwurm gilt als besonders gefährlich. Ursprünglich 1935 in China beschrieben, hat er sich von dort aus über Asien in viele Teile der Welt verbreitet. Experten sehen im Klimawandel einen wichtigen Treiber dieser Entwicklung, da veränderte Temperaturen und Feuchtigkeitsbedingungen die Ausbreitung begünstigen.
Wurm wandert ins Gehirn: Schwere neurologische Schäden
Eigentlich möchte der Rattenlungenwurm in einer Ratte landen – Mensch und Hund sind eigentlich Fehlwirte, können sich aber trotzdem infizieren. Die Gefahr: Im Körper wandern die Larven ins Gehirn und lösen dort schwere Entzündungen aus. Bei Hunden kommt es häufig zu Lähmungen, in schweren Fällen endet die Infektion tödlich oder hinterlässt bleibende neurologische Schäden. Auch beim Menschen sind schwere Folgen möglich, darunter Meningitis, Lähmungen oder sogar der Tod.
Studien schlagen Alarm: 93 infizierte Hunde in vier Jahren
Eine Studie der Universität Sydney dokumentierte zwischen 2020 und 2024 insgesamt 93 Fälle bei Hunden. Die leitende Forscherin Phoebe Rivory warnt jedoch, dass dies vermutlich nur die „Spitze des Eisbergs“ sei – viele Fälle würden gar nicht erkannt. Seit 2010 beobachten Forscher in Australien eine Zunahme der Infektionen. Hunde gelten dabei als sogenannter Frühwarnindikator für die Ausbreitung des Parasiten, denn die Haustiere erwischt es oft als erstes.
Auch Europa betroffen: Nachweise auf Kanaren und Mallorca
Der Rattenlungenwurm ist längst nicht mehr nur ein Problem in Australien. Auch in Europa wird intensiv geforscht, insbesondere in Spanien. Auf den Kanaren und auf Mallorca wurde der Rattenlungenwurm bereits nachgewiesen. Das Tropeninstitut warnte 2023 nach ersten Untersuchungen aus Valencia vor einer möglichen weiteren Ausbreitung.
Gefahr für Deutschland: Vorsicht bei Reisen und im Garten
Aktuell sind in Deutschland keine Fälle einer Infektion mit dem Rattenlungenwurm bekannt. Dennoch ist Vorsicht geboten. Wer mit seinem Hund nach Spanien reist, sollte besonders aufpassen und ihn davon abhalten, Schnecken oder nasses Gras zu fressen. Auch im heimischen Garten ist Aufmerksamkeit wichtig, denn andere Lungenwürmer kommen in Deutschland bereits vor. Einfache Schutzmaßnahmen wie das Tragen von Handschuhen bei der Gartenarbeit können helfen, sich und sein Tier zu schützen.
Die weltweite Ausbreitung des Rattenlungenwurms zeigt, wie wichtig Aufklärung und Vorsichtsmaßnahmen sind. Hundehalter und Gartenbesitzer sollten die Risiken kennen und entsprechende Schutzmaßnahmen ergreifen, um schwere gesundheitliche Folgen zu vermeiden.



