Demmin setzt auf kreative Tierschutzmaßnahmen am Feuerlöschteich
Die Stadt Demmin hat eine innovative Lösung gefunden, um Wildtiere vor dem Ertrinken im Feuerlöschteich Achtermanns Acker zu bewahren. Mitarbeiter des Stadtbauhofs haben an mehreren Stellen des Wasserbeckens sogenannte Reifentreppen installiert, die aus alten Autoreifen bestehen. Diese sollen Tieren wie Igeln, Füchsen und Hauskatzen als Ausstiegshilfe dienen, nachdem sich das Becken mit seinen glatten Folienwänden als tödliche Falle erwiesen hatte.
Ein Jahr nach Befüllung wurde das Problem offensichtlich
Das Löschwasserreservoir war vor etwa einem Jahr erstmals befüllt worden. Schnell zeigte sich, dass die glatten Wände des Beckens für die Tierwelt verhängnisvoll sind. „Bedingt durch die extremen Wetterverhältnisse, konnten wir daran kurzfristig nichts ändern“, erklärt Bauamtsleiter Thomas Engler. Mitarbeiter des Bauhofs mussten mehrfach anrücken, um verendete Tiere aus dem Wasser zu bergen, darunter auch einen Fuchs, dessen Kadaver tagelang sichtbar war.
Die Tiere gelangten durch einen Spalt unter der ursprünglichen Umzäunung auf das Gelände. Zunächst versuchte die Stadtverwaltung, mit ausgelegten Gummistreifen Abhilfe zu schaffen, doch diese erwiesen sich als unzureichend. „Wir haben mit anderen Kommunen, die ähnliche Probleme haben, gesprochen und nach Lösungsmöglichkeiten gesucht“, berichtet Engler weiter.
Mehrstufiger Ansatz für verbesserten Tierschutz
Neben den gut sichtbaren Reifentreppen, die den Instinkt der Tiere zu den Ausstiegshilfen locken sollen, hat der Bauhof auch die Zaunanlage grundlegend überarbeitet. Die Zaunfelder wurden neu montiert, sodass die Unterkante nun direkt auf der Erdoberfläche aufliegt und kein Spalt mehr vorhanden ist. Auch das Eingangstor wurde tiefer gesetzt, und der verbleibende Spalt wird mit starken Gummibändern von alten Förderbändern verschlossen, um das Durchschlüpfen zu erschweren.
„Es ist nun mal Fakt, dass die Kassen leer sind und für große Veränderungsmaßnahmen keine Gelder zur Verfügung stehen“, stellt der Bauamtsleiter klar. Dennoch betont er, dass allen Mitarbeitern der Stadtverwaltung die Bilder der verendeten Tiere sehr nahe gegangen seien.
Grenzen der Absicherung und Prioritäten
Eine vollständige Absicherung des Areals ist jedoch nicht möglich. „Stacheldraht am oberen Zaunrand ist nicht zulässig“, teilt Engler mit. Tiere wie Katzen, Füchse, Iltisse und Marder seien bei ihren Wanderungen sehr kreativ und einfallsreich, sodass Unfälle nicht gänzlich verhindert werden können. Trotz aller Tierliebe weist der Bauamtsleiter darauf hin, dass der Bereich um den Feuerlöschteich in erster Linie eine sicherheitstechnische Anlage ist. „Der Bevölkerungsschutz im Katastrophenfall steht, so hart es klingt, nun mal über dem Tierschutz“, resümiert er.
Mit diesen Maßnahmen hofft die Stadt Demmin, die Zahl der ertrunkenen Tiere deutlich zu reduzieren und gleichzeitig die Funktionalität des Feuerlöschteichs zu erhalten. Die Reifentreppen stellen eine kostengünstige und effektive Lösung dar, die auch für andere Kommunen mit ähnlichen Problemen als Vorbild dienen könnte.



