Schmuggler mit Tausenden Sex-Ameisen für China am Flughafen Nairobi erwischt
Schmuggler mit Sex-Ameisen für China in Nairobi erwischt

Schmuggler mit Tausenden Sex-Ameisen für China am Flughafen Nairobi erwischt

Sie werden bis zu zwei Zentimeter lang und zählen zu den eindrucksvollsten Insektenarten der Welt: Riesenernteameisen (lat. „Messor cephalotes“). In China gelten sie nicht nur als kulinarische Delikatesse, sondern auch als potentes Aphrodisiakum. Auf dem Schwarzmarkt erzielt ein einziges Tier Preise von bis zu 100 Euro. Jetzt wurde ein chinesischer Staatsbürger am internationalen Flughafen von Nairobi, Kenia, mit Tausenden dieser Insekten im Gepäck festgenommen.

Reagenzgläser und Klopapierrollen als Versteck

Vor einer Woche nahmen kenianische Zollbeamte den Mann fest. Bei der Durchsuchung seines Gepäcks entdeckten sie mehr als 2200 Ameisen, die sorgfältig in Reagenzgläsern und Klopapierrollen verpackt waren. Darunter befanden sich 1948 Tiere der angeblich sexuell stimulierenden Art „Messor cephalotes“. Die Insekten waren einzeln in kleinen Kapseln untergebracht, um sie lebend transportieren zu können.

Der Anwalt des Beschuldigten, David Lusweti Namai, bestätigte bei einer Anhörung am Dienstag, dass die meisten Ameisen nach China gebracht werden sollten, um sie dort unter anderem als Aphrodisiakum zu verkaufen. Die Nachfrage nach solchen Produkten ist in Teilen Asiens hoch, was den illegalen Handel antreibt.

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Weiterer Verdächtiger im Rift Valley festgenommen

Am Freitag wurde im kenianischen Rift Valley ein weiterer Mann, ein Kenianer, festgenommen. Nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft hatte er dem Chinesen einen Großteil der Insekten verkauft. Bei ihm wurden mehr als 1100 lebende Ameisen sichergestellt. Die beiden mutmaßlichen Schmuggler plädierten in einer ersten Anhörung trotz der erdrückenden Beweislage auf nicht schuldig.

Bisherige Verurteilungen und drohende Haftstrafen

Die kenianische Justiz vermutet, dass der festgenommene Kenianer auch Ameisen an andere Personen verkaufte, die im vergangenen Jahr in Nairobi vor Gericht standen. In einem früheren Fall waren zwei Belgier, ein Vietnamese und ein Kenianer wegen versuchten Ameisen-Schmuggels zu Geldstrafen von umgerechnet mehr als 6150 Euro verurteilt worden.

Nun müssen sich der Chinese und der Kenianer wegen illegalen Wildtierhandels und Verabredung einer Straftat vor Gericht verantworten. In Kenia kann dies mit bis zu sieben Jahren Gefängnis bestraft werden. Die Ameisen wurden mittlerweile aus ihren Kapseln befreit und in Sicherheit gebracht.

Dieser Fall unterstreicht die anhaltenden Probleme mit dem illegalen Handel von Wildtieren, der oft durch kulturelle Überzeugungen und hohe Schwarzmarktpreise angeheizt wird. Die Behörden in Kenia verstärken ihre Bemühungen, solche Schmuggelnetzwerke zu zerschlagen.

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