Von Hektor zu Hechtor: Ein Schwan mit neuem Namen und neuer Heimat
Sein Schicksal bewegte vor Monaten die Menschen in der Bergringstadt Teterow. Der junge Schwan Hektor hatte sich im Oktober bei stürmischem Wind bei einem Landeanflug in der August-Bebel-Straße schwer verletzt und brach sich dabei ein Bein. Doch Hektor hatte Glück im Unglück: Der engagierte Güstrower Tierretter Peter Koerner nahm sich des verletzten Vogels an und sorgte dafür, dass das Tier operiert und professionell versorgt wurde.
Langer Genesungsweg mit Stroh und Geduld
Seit mehreren Monaten ist der Schwan nun in einer speziellen Pflegestelle untergebracht. Während der frostigen Temperaturen im Januar und Februar zog es Hektor vor, sein mit Stroh ausgelegtes Domizil kaum zu verlassen. Doch mit dem beginnenden Frühling lockt ihn jetzt die frische Luft und er verbringt immer mehr Zeit auf dem Hof. Tierretter Koerner schätzt ein, dass der Schwan mittlerweile vollständig genesen ist und sich gut erholt hat.
Allerdings muss sich der Jungschwan noch etwas gedulden, bis er endgültig wieder in die Freiheit entlassen werden kann. „Erst wenn die Temperaturen gesichert nicht mehr unter null Grad fallen und Seen nicht mehr zufrieren können, werden wir Hektor wieder aussetzen. Voraussichtlich im April“, erklärt der erfahrene Tierretter seine Planung.
Warum der Hecht ins Spiel kommt
Interessant ist dabei die Entscheidung über den künftigen Lebensraum des Schwans. Nach Teterow wird Hektor nicht zurückkehren – das wäre zu gefährlich, weil er dort von seinen Artgenossen nicht akzeptiert und möglicherweise getötet werden würde, wie Peter Koerner erläutert. Stattdessen hat er sich für den Krakower See als neues Revier entschieden.
Doch weil Hektor ein Teterower Schwan ist und diese Herkunft nicht in Vergessenheit geraten soll, hatte der Tierretter eine besondere Idee: Der Schwan soll einen neuen Namen erhalten, der einen direkten Bezug zur Bergringstadt hat. „Das Teterower Wahrzeichen ist bekanntlich der Hecht. Von daher habe ich mir gedacht, dass aus Hektor ab sofort ‚Hechtor‘ wird“, verrät Peter Koerner.
„Damit erinnern wir immer daran, dass der Schwan seine Wurzeln in Teterow hat, auch wenn sein Revier künftig woanders sein wird. Und sowohl der Schwan als auch der Hecht sind nun mal Tiere, für die das Wasser ein wichtiges Element ist“, begründet der Tierretter seine kreative Namensfindung.
Gesellschaft für den großen Umzug
Wenn im April der große Tag kommt und Hechtor am Krakower See sein neues Zuhause bezieht, wird er nicht alleine sein. Zwei weitere Schwäne namens Heintje und Erika werden fortan seine Begleiter sein. Auch diese beiden Vögel sind nach verschiedenen Verletzungen derzeit in derselben Pflegestelle untergebracht und haben sich mit Hektor zu einem eingespielten Team entwickelt.
„Die Drei sind ein gutes Team geworden und werden auf dem Krakower See gemeinsam ganz sicher ihr Schwanenglück finden“, zeigt sich Peter Koerner überzeugt von der gelungenen Zusammenführung. In seiner Pflegestelle hat der ehemalige Teterower Schwan Hektor – bald Hechtor – mittlerweile Gesellschaft von diesen beiden Artgenossen gefunden, was die Vorbereitung auf das Leben in der neuen Umgebung deutlich erleichtert.
Die Geschichte des Schwans, der nach schwerer Verletzung nicht nur gesundete, sondern auch einen neuen Namen und eine neue Heimat erhält, zeigt einmal mehr das Engagement von Tierrettern wie Peter Koerner, die sich unermüdlich für das Wohl verletzter Wildtiere einsetzen.



