Tierschutzverein Neubrandenburg in der Krise: Mitglieder fordern neuen Vorsitz
Tierschutzverein Neubrandenburg: Krise um Vorsitz

Tierschutzverein Neubrandenburg in der Krise: Mitglieder fordern neuen Vorsitz

Im Tierschutzverein Neubrandenburg brodelt es gewaltig. Bei der jüngsten Mitgliederversammlung am vergangenen Sonntag, dem 22. März, entlud sich der angestaute Unmut zahlreicher Vereinsmitglieder. Sie reichten einen formellen Antrag auf Abwahl und Neuwahl des Vorsitzes ein, was zu hitzigen Diskussionen führte. Der aktuelle Vorsitzende Kurt Kadow steht im Zentrum der Kontroverse, obwohl seine persönliche Hingabe zum Tierwohl von vielen anerkannt wird.

Frischer Wind versus bewährte Strukturen

Die Fronten im Verein sind klar gezogen. Eine Gruppe von Mitgliedern drängt auf einen kompletten Wechsel an der Vereinsspitze. „Es geht darum, frischen Wind in den Verein zu bringen“, betonen mehrere Befürworter der Abwahl. Sie wünschen sich einen neuen Vorstand, der auch jüngeren Mitgliedern Chancen zur Mitgestaltung bietet. Kritikpunkte sind vor allem die Außenwirkung und die finanzielle Transparenz. Mitglieder berichten, dass potenzielle Spender und Kooperationspartner wie der Tierschutzbund oder lokale Tierheime negativ reagieren, sobald der Name des Vorsitzenden Kurt Kadow fällt. „Irgendwann geht es an die Tiere, wenn wir keine Spenden mehr erhalten“, warnt ein Vereinsmitglied. Zudem fordern sie mehr Klarheit darüber, wohin die Spendengelder fließen.

Kadow droht mit Rückzug

Auf der anderen Seite stehen Mitglieder und Unterstützer, die an der bewährten Arbeit festhalten wollen. Sie fürchten einen massiven Verlust an praktischer Hilfe, sollte Kurt Kadow seinen Posten räumen. „Wenn man Kurt aus dem Verein nimmt, geht ein großer Teil der Arbeit verloren“, erklärt ein Gast der Versammlung. Kadow selbst stellt unmissverständlich klar: „Es gibt keinen Ersatz für mich. Wenn ich nicht mehr Vorsitz bin, lege ich meine Arbeit nieder“. Seine unermüdliche Einsatzbereitschaft – ob beim Einsammeln von Katzen, Tierarztfahrten oder der Bergung toter Tiere – ist legendär und für viele unersetzlich.

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Entscheidung vertagt und Vorstand neu besetzt

Letztlich blieb Kurt Kadow vorerst im Amt, jedoch zum Unmut der Reformbefürworter. Die Abstimmung über die Ab- und Neuwahl des Vorsitzes wurde auf die nächste Mitgliederversammlung verschoben, die frühestens in sechs Monaten stattfinden kann. Kadow kündigte an, die Rechtmäßigkeit des Antrags prüfen zu lassen. Parallel dazu wurden die vier anderen Vorstandsposten, die zuvor vakant waren, neu besetzt. Die Hoffnung ist, dass dieser teilweise Wechsel bereits den erhofften frischen Wind bringen und dem Tierwohl im Verein zugutekommen könnte.

Bilanz des Vereins: Erfolge trotz interner Spannungen

Trotz der internen Querelen blickt der Tierschutzverein Neubrandenburg auf ein erfolgreiches Jahr 2025 zurück. Im Geschäftsbericht vermeldete Vorsitzender Kurt Kadow eine konstante Mitgliederzahl von 151 Personen. Der Verein erhielt Spenden in Höhe von rund 52.000 Euro, wovon etwa 44.000 Euro für Tierarztkosten aufgewendet wurden. Zu den zentralen Projekten zählten die Betreuung von Katzen an den festen Standorten Miezhaus und „Katzenoase“ sowie an über 180 Futterstellen in der Stadt. Ein besonderer Fokus lag auf der Kastration: 310 Katzen und Kater wurden im vergangenen Jahr behandelt, um der Überpopulation von Straßenkatzen entgegenzuwirken und deren Leid zu lindern. Diese sichtbaren Erfolge im Tierwohl stehen nun im Kontrast zu den unsichtbaren Rissen innerhalb der Vereinsstruktur.

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