Feuerwehr Güstrow im Dauereinsatz: Sieben Brände an einem einzigen Sonntag
Ein ungewöhnlich einsatzreicher Tag forderte die Freiwillige Feuerwehr Güstrow am 22. März heraus. Die Kameradinnen und Kameraden mussten an diesem Sonntag gleich siebenmal ausrücken, was ihren eigentlich freien Tag komplett in Anspruch nahm.
Frühmorgendlicher Laubenbrand mit erheblichem Sachschaden
Der erste Einsatz erfolgte bereits in den frühen Morgenstunden um 4.29 Uhr. Die Feuerwehr wurde zu einem Brand einer Gartenlaube in der Schweriner Straße alarmiert. Bei Eintreffen stand die Laube bereits in Vollbrand. Ein Trupp unter Atemschutz konnte das Feuer zügig unter Kontrolle bringen und löschen. Während der Löscharbeiten musste die Bundesstraße 104 kurzzeitig vollständig gesperrt werden.
Bei diesem Brand allein waren 21 Feuerwehrfrauen und -männer zweieinhalb Stunden im Einsatz. Durch ihren umgehenden Einsatz konnte ein Übergreifen der Flammen auf benachbarte Parzellen verhindert werden, wie Florian Müller, Sprecher des Polizeipräsidiums Rostock, mitteilte. Dennoch wurden ein angrenzender Zaun, ein Gewächshaus sowie ein Kleinkraftrad durch die Hitzeeinwirkung beschädigt. Die Gartenlaube brannte vollständig nieder, der Sachschaden wird auf mindestens 6.000 Euro geschätzt.
Weitere Einsätze über den gesamten Tag verteilt
Im weiteren Tagesverlauf folgten mehrere weitere Alarmierungen:
- Im Ziegeleiweg brannten Gartenabfälle, wobei das Feuer auf eine Hecke übergesprungen war. Bei Eintreffen der Feuerwehr war der Brand bereits gelöscht.
- Im Fährweg brannte ein Papierkorb, der ebenfalls bereits vor Ankunft der Einsatzkräfte gelöscht war.
- Um 17.20 Uhr wurden Polizei und Feuerwehr in die Schwaaner Straße gerufen, wo an mehreren Punkten rund um Speichergebäude Rauchentwicklungen und kleinere Brände gelöscht werden mussten. Ein Feuer hatte sich in einer leer stehenden Baracke ausgebreitet, wobei Kameraden unter Atemschutz löschen mussten, da auf dem Dach Asbest vorhanden war.
- Noch während dieses Einsatzes meldete die Leitstelle einen Ödlandbrand An der Schanze, wo etwa 20 Quadratmeter Wiese brannten.
- Um 18.43 Uhr folgte ein Einsatz zum früheren Motocross-Gelände im Bärstammweg, wo etwa 30 Quadratmeter Wiese brannten.
- Der letzte Einsatz des Tages erfolgte um 21.16 Uhr zum Güstrower Pferdemarkt, wo eine öffentliche Papiertonne brannte, die jedoch bereits von Polizei und Bürgern gelöscht war.
Ungewöhnliche Einsatzhäufung mit großer Belastung
Sieben Einsätze an einem Tag – das ist auch für die Güstrower Feuerwehr ungewöhnlich, bilanzierte Toni Möller, stellvertretender Wehrführer und Sprecher der Güstrower Wehr. Allein bei den beiden größeren Bränden – dem Laubenbrand und dem Brand in der Baracke am Speichergelände – eilten 31 Feuerwehrleute in die beiden Güstrower Feuerwehrgerätehäuser.
Bei diesen beiden Einsätzen hatte Hannes Möller die Einsatzleitung, früherer Wehrführer in Güstrow und heute Landesbrandmeister von Mecklenburg-Vorpommern. Die Kameradinnen und Kameraden waren durch den Dauereinsatz erheblich belastet, auch wenn es in den vergangenen Jahren bereits ähnliche Tage mit vielen Einsätzen gegeben hatte.
Brandursachenermittlung und polizeiliche Untersuchungen
Beim Laubenbrand war ein Brandursachenermittler im Einsatz und der Kriminal-Dauerdienst sicherte Spuren am Tatort. Zum jetzigen Zeitpunkt kann mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass der Brand der Laube durch einen technischen Defekt verursacht wurde, erklärte Polizeisprecher Florian Müller.
Die Kriminalpolizei untersucht bei solchen Fallhäufungen immer, ob es Zusammenhänge zwischen den Bränden gibt oder Muster erkennbar sind. Allerdings wurden nur beim Laubenbrand Spuren am Brandort untersucht und nur in diesem Fall ein Brandursachenermittler eingesetzt. Ob ein Zusammenhang mit den anderen Bränden besteht, insbesondere mit den Vorfällen in der Schwaaner Straße, wo sich zuvor mehrere Kinder aufgehalten haben sollen, ist Teil der laufenden Ermittlungen.



