Toter Fischotter an B192: Rätsel um Verschwinden des Warener Hafen-Lieblings
Toter Fischotter an B192: Rätsel um Warener Hafen-Liebling

Toter Fischotter an B192: Rätsel um Verschwinden des Warener Hafen-Lieblings

Der beliebte Fischotter, der Einwohner und Touristen im Warener Stadthafen an der zugefrorenen Müritz regelmäßig erfreute, ist seit Tagen nicht mehr gesichtet worden. Gleichzeitig wurde an der Bundesstraße 192 im Bereich der Brückenbaustelle zwischen Altstadt und Tiefwarensee ein toter Fischotter gefunden. Das Tier wurde auf der rechten Fahrbahn stadtauswärts angefahren.

Spekulationen um Identität des toten Otters

Ob es sich bei dem Verkehrsopfer um den bekannten Hafen-Fischotter handelt, konnte bisher nicht bestätigt werden. Allerdings sind Straßenunfälle in Mecklenburg-Vorpommern die mit Abstand häufigste Todesursache für diese geschützten Wassermarder. Aus einer Statistik des Landesamtes für Umwelt und Natur in Güstrow geht hervor, dass von insgesamt 1.212 registrierten Totfunden seit 1985 mehr als 80 Prozent – genau 1.006 Tiere – im Straßenverkehr ums Leben kamen.

Weitere Todesursachen laut der Erhebung sind Fischerei, insbesondere durch Reusen, die für 62 Otter tödlich endeten. In 144 Fällen blieb die Todesursache ungeklärt.

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Warum Straßen für Otter so gefährlich sind

Für die Stadt Waren ist bekannt, dass Fischotter sich besonders gern zwischen dem Tiefwarensee, der Beke, die den Herrensee durchfließt, und dem anschließenden Graben bis zur Müritz aufhalten. Im Winter wurden die Tiere bereits mehrfach am Müritzeum beobachtet. In der Vergangenheit hatten sich einige dieser geschickten Fischfresser bei strengem Frost sogar an den Außenbecken mit den Karpfen der Aquarienlandschaft bedient, bis ein spezieller Zaun installiert wurde.

Experten vermuten, dass dem toten Fischotter am Schweriner Damm möglicherweise zum Verhängnis wurde, dass er nicht den geschützten Weg unter der Straße und dem Bahndamm hindurch nahm, sondern oberirdisch querte. Das Landesamt für Umwelt, Natur und Geologie sowie Otterfreunde in Neubrandenburg appellieren regelmäßig an Finder, tote Fischotter umgehend zu melden.

Wissenschaftliche Untersuchungen und Schutzmaßnahmen

Die Kadaver werden anschließend an den Universitäten in Rostock und Greifswald sowie anderen wissenschaftlichen Einrichtungen untersucht. Gleichzeitig werden Kraftfahrer, insbesondere in Gewässernähe, dringend gebeten, sogenannte „Otterwechsel“ zu beachten und ihre Geschwindigkeit entsprechend anzupassen.

Interessante Fakten zum Fischotter:

  • Das Fell besitzt bis zu 50.000 Haare pro Quadratzentimeter
  • Es ist extrem dicht, wasserabweisend und kälteisolierend
  • Ohren und Nase können beim Tauchen verschlossen werden
  • Ausgewachsene Tiere erreichen bis zu 12 Kilogramm Gewicht
  • Sie werden bis zu 1,30 Meter lang (davon 40 Zentimeter Schwanz)
  • Die Lebenserwartung beträgt bis zu 15 Jahre

Mecklenburg-Vorpommern gilt zusammen mit Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt als eine der am dichtesten besiedelten Otterregionen Deutschlands. Der Verlust jedes einzelnen Tieres stellt daher einen spürbaren Rückschlag für die lokale Population dar.

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