Ostsee-Wal-Drama: Nur noch zehn Meter trennen gestrandeten Buckelwal von der Freiheit
Wal-Drama Ostsee: Noch zehn Meter bis zur Freiheit

Ostsee-Wal-Drama: Nur noch zehn Meter trennen gestrandeten Buckelwal von der Freiheit

Das Wal-Drama in der Lübecker Bucht bei Timmendorfer Strand spitzt sich weiter zu. Der seit Montag gestrandete Buckelwal, ein völlig entkräfteter Jungbulle, hat sich am Donnerstag mit Unterstützung eines großen Rettungsteams etwa 40 Meter über die Sandbank geschoben. Jetzt fehlen nur noch die letzten zehn Meter bis in die Freiheit der Ostsee.

Rettungsaktion bei Dunkelheit abgebrochen

Die dramatische Rettungsoperation musste in der Dunkelheit am Donnerstagabend gegen 20:30 Uhr vorübergehend eingestellt werden. Die Einsatzleitung entschied, dass eine Fortsetzung bei Nacht zu gefährlich wäre. Dabei stand der Wal buchstäblich kurz vor dem Durchbruch. Meeresbiologe und Taucher Robert Marc Lehmann (43), der selbst immer wieder ins eiskalte, vier Grad kalte Wasser der Ostsee stieg, bestätigte gegenüber den „Lübecker Nachrichten“: „Es fehlen nur noch zehn Meter in die Freiheit.“

Großes Helferteam im Einsatz

Ein beeindruckendes Team aus Baggerfahrern, Tauchern, Tierschützern, Polizisten, Feuerwehrleuten und weiteren freiwilligen Helfern arbeitete den ganzen Tag daran, dem Wal den Weg zurück ins Meer zu ebnen. Baggerunternehmer Matthias Hoffmann (56), der mit seinen Mitarbeitern unentgeltlich hilft, zeigte sich entschlossen: „Wir ziehen jetzt durch! Egal, was kommt – wir wuppen das.“ Sein Unternehmen grub eine Rinne über die Sandbank, über die der Wal ins tiefere Wasser gelangen soll.

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Vertrauensbildung zwischen Wal und Taucher

Ein besonderer Moment der Rettungsaktion war die Vertrauensbildung zwischen dem Meeresbiologen Robert Marc Lehmann und dem gestrandeten Wal. Mit sanftem Druck gegen den Kopf des Tieres gelang es Lehmann zunächst, dessen Vertrauen zu gewinnen. Anschließend konnte er den schätzungsweise 15 Tonnen schweren Bullen auf dieselbe Weise in Richtung der ausgebaggerten Rinne lenken. Diese behutsame Methode zeigte Erfolg: Nach 18 Uhr bewegte sich der Wal nach einem vorsichtigen Anstupsen durch eine Baggerschaufel in mehreren Etappen zunächst etwa fünf Meter vorwärts.

Provisorischer Damm für die finale Rettung

Bis zum Abbruch der Rettungsaktion kam der Buckelwal insgesamt etwa 35 Meter weiter. Für den Freitag planen die Einsatzkräfte, über einen provisorisch fertiggestellten Damm noch näher an das Tier heranzukommen. Dies soll dem Wal die Überwindung der letzten zehn Meter in die Freiheit erleichtern. Die Rettungsarbeiten sollen im Morgengrauen wieder aufgenommen werden, wenn bessere Lichtverhältnisse die Sicherheit für alle Beteiligten gewährleisten.

Hoffnung auf erfolgreiche Befreiung

Die Stimmung unter den Helfern bleibt trotz des nächtlichen Abbruchs optimistisch. Baggerunternehmer Hoffmann bekräftigte: „Morgen werden wir weiter schaufeln. Es fehlen noch zehn Meter in die Freiheit.“ Alle Beteiligten hoffen, dass der Buckelwal nach den Strapazen der Strandung die letzten Meter ins rettende tiefere Wasser der Ostsee schaffen wird, wo er sich von seiner völligen Erschöpfung erholen kann.

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