Zeitumstellung und Schlaf: Wie Eltern bei zäher Einschlafbegleitung entspannt bleiben
Stundenlang neben dem Kind liegen, bis endlich die Augen zufallen: Die abendliche Einschlafbegleitung kann für Eltern zur echten Geduldsprobe werden. Besonders die Umstellung auf die Sommerzeit verschärft das Problem häufig, bis sich der Schlafrhythmus nach einigen Tagen wieder eingependelt hat. Doch mit der richtigen Einstellung und praktischen Strategien können Mütter und Väter gelassen durch diese Phase kommen.
Perspektivwechsel: Die Einschlafbegleitung als bewusste Pause nutzen
Die Ratgeber-Autorin und Bloggerin Danielle Graf empfiehlt einen grundlegenden Perspektivwechsel. „Wir sollten die Einschlafbegleitung nicht als Problem betrachten, das gelöst werden muss, sondern als ein ganz normales kindliches Bedürfnis nach Sicherheit und Nähe“, erklärt sie. Viele Kinder finden abends nur zur Ruhe, wenn sie sich wirklich sicher fühlen – und dafür brauchen sie die Anwesenheit ihrer Eltern.
Statt innerlich zu denken „Ich muss hier weg und es ist noch so viel zu tun“, rät Graf zu der Einstellung: „Das ist gerade eine Pause, die ich bestmöglich nutzen kann.“ Dabei ist es durchaus erlaubt, auf dem Smartphone zu scrollen, solange das Kind nicht abgelenkt wird. Entscheidend ist die innere Haltung: Wer genervt neben dem Kind sitzt und auf den Moment wartet, endlich gehen zu können, verlängert oft unbewusst das Einschlafen. „Unsere Kinder spüren, dass wir wegwollen“, so Graf – und prüfen dann häufiger, ob die Eltern noch da sind.
Pragmatische Lösungen für den Alltag finden
Wenn das Kind zappelt, ständig auf Papa herumklettert oder nur mit den Fingern im Mund der Mama einschlafen will, sollten Eltern ruhig bleiben und dieses Verhalten nicht falsch deuten. „Das Kind versucht, schon alleine einzuschlafen, das ist eine enorme Leistung!“, betont Graf. Gleichzeitig spürt es Unsicherheit und sucht Nähe, oft über ständigen Körperkontakt. Eltern sollten sich klar machen: Das Kind testet keine Grenzen, „sondern möchte uns nahe sein.“
Sobald innerlich Stress entsteht, überträgt sich das sofort auf das Kind und verlängert die Situation. Am besten geht man das Einschlafen möglichst zwanglos an. „Wir haben das ganz pragmatisch gelöst“, erzählt Graf. „Als meine Kinder klein waren und partout nicht in ihrem Zimmer schlafen wollten oder die Einschlafbegleitung ewig dauerte, durften sie bei uns im Wohnzimmer einschlafen.“ Solche Phasen hätten nie länger als ein paar Tage gedauert.
Schlafbedarf überprüfen und Verantwortung aufteilen
Dauert das Einschlafen über längere Zeit regelmäßig mehr als eine halbe Stunde, kann es helfen, die Schlafzeit zu kürzen. Vielleicht braucht das Kind mittlerweile keinen Mittagsschlaf mehr. „Der Schlafbedarf von Kindern sinkt kontinuierlich über die Jahre“, erklärt die Autorin. „Ältere Kinder sind dann zur üblichen Schlafenszeit einfach nicht wirklich müde.“
Entlastend für Eltern ist zudem, sich bei der Einschlafbegleitung abzuwechseln. Auch die Zeit danach bewusst zu gestalten, hilft: Statt auf den Moment hinzuarbeiten, in dem man endlich „fertig“ ist, kann ein kleiner Übergang guttun – etwa etwas Schönes tun, bevor To-dos oder Verpflichtungen folgen.
Nicht zuletzt hilft der Blick nach vorn: „Kinder brauchen Einschlafbegleitung unterschiedlich lange, aber sie entwickeln sich weiter und kommen irgendwann ohne sie aus“, so Graf. Zudem stärkt diese besondere Zeit die Eltern-Kind-Bindung. Dieses Bewusstsein nimmt Druck und verändert oft schon das Erleben am Abend grundlegend.



