Rettungsaktion für gestrandeten Buckelwal bei Timmendorfer Strand vorerst abgebrochen
Wal-Rettung bei Timmendorfer Strand abgebrochen

Notfalleinsatz für gestrandeten Buckelwal: Rettungsversuche bei Dunkelheit gestoppt

Vor der Küste von Timmendorfer Strand spielen sich dramatische Szenen ab: Ein riesiger Buckelwal, der seit Tagen im flachen Wasser festsitzt, wird mit schwerem Gerät befreit. Am Donnerstagabend zeichnete sich zunächst eine positive Entwicklung ab, wie Aufnahmen im Live-Stream der Bild-Zeitung dokumentierten. Das schätzungsweise 12 bis 15 Meter lange Tier begann sich zu bewegen, kämpfte gegen seine Lage und stieß charakteristische Fontänen aus.

Stundenlanger Einsatz mit Baggern zeigt erste Wirkung

Nach stundenlangen Bemühungen mit Spezialbaggern konnte der Wal seine Position leicht verändern, wie ein Reporter der Deutschen Presse-Agentur vor Ort berichtete. Die Küstenwache steht bereit, um das Tier nach erfolgreicher Befreiung sicher in die Nordsee zu eskortieren. Doch gegen 20:30 Uhr entschied die Einsatzleitung, die Rettungsmaßnahmen aufgrund der einbrechenden Dunkelheit und damit verbundener Gefahren vorübergehend einzustellen.

Die Fortsetzung der Aktion ist für Freitagmorgen geplant, wenn bessere Lichtverhältnisse eine sichere Weiterarbeit ermöglichen. Der Einsatz von schwerem Gerät sowohl vom Strand als auch von der Seeseite aus soll dann fortgesetzt werden, um dem Wal durch Ausbaggerungen mehr Bewegungsfreiheit zu verschaffen.

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Biologe Robert Marc Lehmann im direkten Kontakt mit dem Wal

Im Neoprenanzug steht der bekannte Biologe und Youtuber Robert Marc Lehmann direkt neben dem gestrandeten Meeressäuger. Er geht auf Tuchfühlung mit dem Tier und koordiniert gleichzeitig die schweren Bagger, die bei den Rettungsversuchen zum Einsatz kommen. „Mittlerweile vertraut mir der Wal“, erklärte Lehmann der Deutschen Presse-Agentur. „Der wird ganz ruhig, wenn man die Hand auflegt.“

Diese Beruhigung sei entscheidend, damit die Bagger in unmittelbarer Nähe des Wales arbeiten können. Ohne diese vertrauensvolle Nähe würde das Tier nach Lehmanns Beobachtungen „super nervös“ reagieren. Der Biologe betont, dass Berührungen für Wale auch im natürlichen Sozialverhalten wichtig seien: „Wale berühren sich untereinander viel. Das heißt, Berührung ist was Gutes für den, wenn er einem vertraut.“

Motivation des Wales gibt Hoffnung

Lehmann beschreibt, wie der Wal auf die Rettungsbemühungen reagiert: „Einmal hat er gemerkt, 'okay hier wird's tiefer, ich hab' Bock mal zu starten'.“ Diese Motivation des Tieres stimme ihn hoffnungsvoller als zu Beginn der Aktion. „Weil er hat tatsächlich wirklich Bock, und die Motivation ist da.“ Der Biologe vergleicht dies mit anderen Tieren: Ob Wal, Hund oder Pferd – man erkenne deutlich, wenn sich ein Tier bewegen wolle oder es zumindest versuche.

Trotz dieser positiven Signale bleibt Lehmann realistisch: „Ich hab' ihn gedrückt in die richtige Richtung.“ Selbst bei einem 15 bis 20 Tonnen schweren Tier sei dies durch gezielten Druck möglich. „Der reagiert ja auf Druck.“ Dennoch hält der Experte einen erfolgreichen Ausgang der Befreiungsaktion nach eigener Einschätzung für unwahrscheinlich. „Aber wir geben alle unser Bestes.“

Die Rettungsteams vor Timmendorfer Strand bereiten sich nun auf die Fortsetzung ihrer anspruchsvollen Mission am Freitagmorgen vor, während der Buckelwal eine weitere Nacht in seiner prekären Lage verbringen muss.

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