Wolgaster Tierpark in akuter Finanznot: Betrieb und Bildungsangebote gefährdet
Wolgaster Tierpark kämpft mit steigenden Kosten

Wolgaster Tierpark in akuter Finanznot: Betrieb und Bildungsangebote gefährdet

Der Tierpark Wolgast steht vor einer existenziellen Krise. Laut der Vereinsleitung gefährden massiv gestiegene Betriebs- und Personalkosten den Fortbestand der beliebten Einrichtung, die sich in den vergangenen Jahren eigentlich stabilisiert hatte.

Kostenexplosion bedroht den Fortbestand

Eine umfassende Finanzprüfung wurde eingeleitet, während die Stadt Wolgast Unterstützung bei der Suche nach langfristigen Lösungen zusagt. Bis zum Jahr 2021 hatte sich der Tierpark finanziell konsolidiert, doch seit Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine sind die Ausgaben für Strom, Wasser, Futtermittel, Versicherungen und Löhne dramatisch angestiegen.

Gleichzeitig wurden größere Bauprojekte erfolgreich abgeschlossen, die den Park fachlich deutlich aufwerteten, aber auch die laufenden Ausgaben erhöhten. Der Tierpark wird als Verein geführt und zeigt trotz Einsparungsbemühungen und erhöhter Eintrittspreise in den Haushaltsplänen der kommenden Jahre eine deutliche Unterdeckung.

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Personal arbeitet am Limit

Besonders problematisch ist die Personalsituation: Der Park arbeitet mit minimaler Besetzung, und Zuschläge für die engagierten Mitarbeitenden können nicht gezahlt werden. Dies steht in krassem Gegensatz zu den Besucherzahlen, die von rund 26.000 auf etwa 50.000 pro Jahr gestiegen sind und weiter wachsen sollen, sobald die Ortsumgehung und die Zufahrt über die Breite Straße fertiggestellt sind.

Kurzfristig keine Entspannung in Sicht

Kurzfristig lösen diese positiven Entwicklungen die Finanzprobleme jedoch nicht. Bürgermeister Martin Schröter betonte den hohen Stellenwert des Tierparks für Wolgast und verwies auf bereits geleistete kommunale Hilfe. Er rief eindringlich zur Solidarität der Wolgaster Bevölkerung auf.

Der Verein sieht neben Arbeitsplätzen vor allem die wertvollen Bildungsangebote sowie den Arten- und Umweltschutz gefährdet. „Das Team und der Vorstand sind fest entschlossen, den Fortbestand zu sichern“, erklärte Vereinsvorsitzender Andreas Pantermehl mit Nachdruck.

Suche nach langfristigen Lösungen

Tierparkleiter Mirko Daus will nun Hilfen des Landes Mecklenburg-Vorpommern prüfen. Die Landesregierung unterstützte zoologische Einrichtungen in der Vergangenheit bereits durch den Landeszootag und verschiedene Förderprogramme. Zusätzlich sollen langfristige Kooperationen mit regionalen Unternehmen aufgebaut werden, um Projekte zu finanzieren und die wirtschaftliche Basis zu verbreitern.

Die laufende Finanzprüfung soll den Bedarf der kommenden Jahre belastbar ermitteln und strategische Entscheidungen vorbereiten. Erste vielversprechende Gespräche gibt es bereits über eine grenzüberschreitende Bildungskooperation mit Świnoujście, um künftig auch polnische Schülerinnen und Schüler in die Zooschule einzubeziehen und so das Bildungsangebot zu erweitern.

Der Tierpark Wolgast steht damit an einem kritischen Wendepunkt, der über seine Zukunft entscheiden wird. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die gemeinsamen Anstrengungen von Verein, Stadt und Land ausreichen, um diese wichtige Einrichtung für die Region zu erhalten.

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